Student sieht Stadtpläne für Zukunft schneller erarbeitet

Verwaltungen und 3D: Stendaler Lukas Budach bringt digitale Orte auf Zack

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Stendaler Lukas Budach mag es digital.

Potsdam / Stendal – Lukas Budach aus Stendal hat im Zuge seines Bachelorabschlusses am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam Verfahren entwickelt, die es mithilfe von maschinellem Lernen ermöglichen, Gegenstände in sogenannten 3D-Punktwolken zu erkennen.

„Städte wachsen immer weiter und dadurch auch der Aufwand, die Geodaten in der Stadtverwaltung aktuell zu halten. Städte brauchen oftmals Informationen über Fahrbahnmarkierungen, Verkehrsschilder, Laternen und weitere Objekte“, erklärt der 21-Jährige.

In den 3D-Punktwolken, die ganze Städte repräsentieren können, lassen sich automatisch Objekte wie Gebäude, Autos, Ampeln und Straßenschilder identifizieren. Mit den Ergebnissen des maschinellen Lernens könne somit eine digitale Karte der Stadt erstellt werden, welche unter anderem Position und Größe aller erkannten Objekte enthalte, heißt es aus der Universität Potsdam weiter. Das Ergebnis der Arbeit stellte der junge Informatiker, der in Magdeburg sein Abitur ablegte, gemeinsam mit seinem Team bei einem HPI-Bachelorpodium Mitte Juli vor, zu dem annähernd 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Potsdam gekommen waren.

Die bisherige Erstellung entsprechender Karten per Hand nehme üblicherweise mehrere Wochen Arbeitszeit in Anspruch. Das Problem besteht darin, so Budach, dass sich die Städte und somit auch die digitalen Karten permanent ändern. Diese Änderungen müssen bislang manuell eingetragen werden. Durch die Arbeit der Projektgruppe könne der Aufwand für die Erstellung der digitalen Karten deutlich verringert werden. „Die Punktwolken werden mittels eines auf einem Auto montierten Laserscanners erstellt und darin erkennen wir dann mithilfe von maschinellem Lernen Objekte. Die Objekte, die wichtig für die Stadtverwaltung sind, werden anschließend in die digitale Karte übertragen“, erläutert der HPI-Student.

„Das Erkennen aller Objekte in einer Stadt schaffen wir innerhalb von wenigen Tagen. Durch dieses schnellere Verfahren ist es möglich, die gewonnene Information für immer mehr Anwendungsfälle zu benutzen. So können nun erstmalig tagesaktuelle Daten im laufenden Verwaltungsbetrieb genutzt werden.“ Um vollständige, aktuelle und digitale Karten einer Stadt zu erhalten, müsse die Stadt nur noch einmal komplett abgefahren werden.

Der Informatiker aus der Altmark ist begeisterter Volleyballer, programmiert auch in seiner Freizeit und liest. In der Zukunft möchte Budach in die USA auswandern und dort einen Job in der IT-Branche ausüben.

tz

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