Hobby-Filmemacher bereiten ihren zweiten öffentlichen Film vor

Tod und Verderben am Bahnhof

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Die Schauspieler Thomas Mildt, Anastasiya Kolotaeva und Jonas Sander während einer Szene zum Film „Der Tod ist ein freundlicher Mann“ auf dem Bahnhof in Demker. Foto: Film-Projekte in der Altmark

Stendal/Demker. Gerade sind die letzten Dreharbeiten zu Ende gegangen – am Bahnhof Demker streiten sich da zwei ältere Leute über den Nachrichtenwert von Katas-trophenberichten eines Boulevardblatts und einige Fußballfans laufen grölend über den Bahnsteig.

Das sind Szenen aus dem Film „Der Tod ist ein freundlicher Mann“. Die Bundespolizei ist darauf aufmerksam geworden und die Nachwuchs-Filmemache um Arno Bausemer mussten erklären, was sie dort treiben.

Die Dreharbeiten sind ein Filmprojekt einer losen Gruppe von Filmemachern, die schon im vergangenen Jahr einen Streifen gedreht hatten, der sich an den Stendaler Sparkassen-Skandal anlehnte. Er wurde im Uppstall-Kino gezeigt. Ebenso soll der neue Film etwa Mitte Juli im Stendaler Kino laufen, sagt Arno Bausemer.

Arno Bausemer, Marie Tiesies und Sebastian Remmert nach den Dreharbeiten. Jetzt wird der Film zusammengeschnitten.

Die Filme der Gruppe sollen „unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen“, erklärt er. Nach den letzten Szenen in Demker hat er sich zusammen mit Sebastian Remmert (18) und Marie Tiesies (16) mit der AZ getroffen. Marie spielt mit in dem Film, für die Rolle hat sie sich einen Babybauch vorgeschnallt. Von dem Film wollen sie noch nicht allzu viel preisgeben, es wird aber um tödliche Krankheiten und staatliche Kontrolle gehen, so heißt es. Das klingt aufregend, und das in der Altmark. Aber bereits im vergangenen Jahr hatten die Hobbyfilmer gezeigt, dass auch die haarsträubendsten Skandale in der Altmark verfilmt werden können – und sogar von hier stammen.

Die Darsteller, die meisten von ihnen kommen aus dem Raum Stendal, haben bei ihren Arbeiten auch Unterstützung vom Theater der Altmark erhalten. Hilfe gab es außerdem vom Offenen Kanal, der Fachkenntnis und Technik mitlieferte. Im Offenen Kanal soll der Film auch nach der Ausstrahlung im Kino laufen.

Seit einem guten Jahr gibt es die Gruppe. Sie hat auch ein Konto im sozialen Netzwerk Facebook eingerichtet, das sich unter „Film Projekte in der Altmark“ findet. Derzeit gibt es dort 30 Mitglieder. Wer bei der Gruppe vor oder hinter der Kamera mit einsteigen will, ist jederzeit willkommen. Weitere Drehs werde es sicher geben, sagt Arno Bausemer, „denn Themen gibt es im Landkreis Stendal schließlich genug“.

Die Bundespolizisten am Bahnhof Demker ließen die Filmemacher schließlich gewähren und zogen ab. Ein Schreckensmoment gab es allerdings: Ein Stromaggregat war in Brand geraten. Für das Filmprojekt selbst ist das zunächst verschmerzbar: Jetzt werden die Clips zusammengeschnitten, bis „Der Tod ist ein freundlicher Mann“ schließlich kinoreif ist.

Von Kai Hasse

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