Mutter und Lebensgefährte müssen sich bewähren

Junge (6) misshandelt - Urteil in Stendal

  • vonCharlotta Spöring
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cha Stendal. Der Prozess gegen einen 34-Jährigen, der den sechs Jahre alten Sohn seiner mitangeklagten Lebensgefährtin misshandelt haben soll (AZ berichtete), hat ein Ende genommen.

„Wir waren höchst alarmiert“, erzählte die Erzieherin des Jungen vor Gericht, „als wir im Kindergarten die Blutergüsse entdeckten“. 

Die Mutter, die damit konfrontiert worden war, hatte behauptet, dass der Junge im Bad ausgerutscht sei. Deshalb lag zunächst der Verdacht nah, die 35-Jährige hätte die Übergriffe gebilligt. Galt der 34-Jährige zunächst als Haupttäter, räumte seine Lebensgefährtin im Laufe des Prozesses jedoch eine Mitschuld ein. Lukas wies außerdem eine großflächige Verletzung am Rücken auf, die durch eine heiße Flüssigkeit entstanden sein muss.

Der 34-Jährige hatte noch versucht sich zu rechtfertigen: „Wir waren in einer absoluten Ausnahmesituation“. Die Verhaltensauffälligkeit, die Lukas an den Tag gelegt hatte, habe beide an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht. Aus diesem Grund hatten beide Angeklagten mehrfach ihre Hand gegen den Jungen erhoben.

Der Vorsitzende Richter verhängte in beiden Fällen eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die er jedoch zu einer dreijährigen Bewährungszeit aussetzte.

Rubriklistenbild: © dpa

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