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Urnengang am 27. März in Stendal: Sechs Fragen für sechs Kandidaten

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Von: Stefan Hartmann

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Wer im Sommer auf dem höchsten Stuhl im Stendaler Rathaus sitzt, entscheiden die Wähler am 27. März.
Wer im Sommer auf dem höchsten Stuhl im Stendaler Rathaus sitzt, entscheiden die Wähler am 27. März. © Hartmann

Sechs Kandidaten bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters der größten Stadt der Altmark: Der Hansestadt Stendal.

Stendal - Der derzeitige Amtsinhaber Klaus Schmotz (CDU) darf aus Altersgründen nach mittlerweile über 20 Dienstjahren nicht erneut zur Wahl antreten. Am 27. März wird gewählt und für den Fall der Fälle ist die Stichwahl für den 24. April vorgesehen.

Was ist die wichtigste Fähigkeit, die Sie für das Bürgermeisteramt mitbringen?

Bausemer: Ich besitze die Entschlossenheit, um Probleme zu erkennen und nachhaltig zu lösen. In meinen verschiedenen beruflichen und ehrenamtlichen Funktionen habe ich verinnerlicht, dass man nur mit gegenseitigem Respekt etwas erreichen kann.

Fontes: Teamfähigkeit, den Mut zu Veränderung, Ehrlichkeit, Einfühlungsvermögen und vor allem den Mut, das im Sinne der Menschen zu vertreten.

Goroncy: Für das Oberbürgermeisteramt bringe ich Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Leidenschaft mit. Ich bin ein Teamplayer!

Sieler: Meine Fachkompetenz. Ich habe öffentliche Verwaltung studiert und arbeite seit fast acht Jahren in der Kommunalaufsichtsbehörde. Dort beaufsichtige ich die Gemeinden und berate die Bürgermeister.

Weise: Ich bin in Stendal geboren, aufgewachsen und habe hier meinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Zudem bin ich lokal und überregional hervorragend vernetzt. Dieses Netzwerk werde ich zum Wohl der Stendalerinnen und Stendaler einsetzen, um unsere Hansestadt weiterzuentwickeln. Meine Stärke ist, mit jahrelanger Erfahrung und auf Augenhöhe mit den Verhandlungspartnern für unsere gemeinsame Zukunft zu kämpfen.

Westphal: Ein Bürgermeister braucht Heimatverbundenheit, Bürgernähe, Empathie, Teamfähigkeit, Verwaltungskompetenzen, demokratisches Verständnis und Durchsetzungsvermögen im Kampf für die Ziele, die zum Vorankommen und zum Ausbau des Wohlstandes der breiten Bürgerschaft dienen, sowie die Fähigkeit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und neue Wege zu gehen – all diese Eigenschaften bringe ich mit.

Arno Bausemer (AfD).
Arno Bausemer (AfD). © Archiv

Welche Chancen bietet die A14 für die Region?

Bausemer: Mit der A14 werden wir nach vielen Jahren Blockade von SPD, Grünen und Linken endlich einen wirtschaftlichen Aufschwung bekommen. Es liegt jetzt an uns, dass wir davon auch als Stadt profitieren. Wirtschaftsförderung und Tourismus werde ich daher zur Chefsache machen.

Fontes: Der Wirtschaftsfaktor Autobahn muss genutzt werden, um für alle ein besseres und würdevolleres Leben und auch Zukunft zu garantieren. Es ist eine einmalige Chance für die regionale Wirtschaft, aber auch Rentner, Kinder, Familien – die, die keine Lobby haben.

Goroncy: Diese wichtige Verkehrsader kann zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, Ansiedlung von Unternehmen, Dienstleistung und Logistik. Dafür muss Stendal aber auch seine Hausaufgaben machen.

Sieler: Die A14 kann den Wirtschaftsstandort Stendal stärken. Junge Menschen können nur mit gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Region gehalten und für ein Leben in der Altmark begeistert werden. Der Hansestadt Stendal fehlt für ein effektives Standortmarketing bisher jedoch sowohl ein Konzept als auch die Verwaltungsstrukturen.

Weise: Eines meiner wichtigsten Ziele: unsere Stadt als überregionalen Wirtschaftsstandort zu entwickeln und vorhandene Unternehmen bestmöglich zu unterstützen – mit der A14 eine Riesenchance für uns. Beispielsweise sind das Planungsverfahren fürs Gewerbegebiet Flugplatz Borstel sowie Industrie-/Gewerbegebiet Nord fertigzustellen. Eine Entwicklung der im regionalen Entwicklungsplan Altmark ausgewiesenen Flächen in der Gemarkung Stendal/Tangerhütte ist zu prüfen/realisieren.

Westphal: Die Ansiedlung von neuen Unternehmen, Investoren, Bildung und Startups, sowie Ausbau von vorhandenen Unternehmen zur Versorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen und in der Folge Stärkung der Wirtschaft und Lebensqualität. Förderung des Tourismus, durch bessere Anbindung und gezieltere Eigenwerbung.

Alkje Fontes (dieBasis).
Alkje Fontes (dieBasis). © Archiv

Was sind die dringendsten Baustellen, die Stendal angehen muss?

Bausemer: Wir müssen unbedingt endlich Bauland für junge Familien ausweisen. Außerdem sind die zunehmenden Sachbeschädigungen aus dem linksradikalen Milieu eine Gefahr für jeden Hauseigentümer und Autobesitzer. Hier hat die Stadtverwaltung über Jahre geschlafen, deshalb müssen jetzt Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Kooperation mit der Polizei auf die Straße.

Fontes: Die Befriedung des Stadtrates. Das ist aus meiner Sicht besonders wichtig, um echte Bürgervertretung wieder zu ermöglichen. Die Maskenpflicht muss fallen. Die schädigt die Zukunft unserer Kinder.

Goroncy: Ein konstruktives Arbeitsklima im Stadtrat, eine fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung und eine frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft.

Sieler: Das Rathaus digitalisieren. Bezahlbares Bauland und bezahlbare Wohnungen für die Menschen bereitstellen. Die Wirtschaft fördern und dabei aktiv um Fachkräfte in Metropolen und an Hochschulen werben. Regenerative Energien ausbauen. Sport und Kultur fördern und erhalten. Die Ortschaften durch mehr Entscheidungskompetenzen stärken. Die Mobilitätswende durch emissionsfreien Nahverkehr und bessere Radwege fördern.

Weise: Die Bürgerfreundlichkeit und der Service der Verwaltung inklusive Digitalisierung muss verbessert werden. Mein Ziel: unter anderem ein mobiles Bürgeramt, um Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen Wege in die Innenstadt abzunehmen.

Westphal: Die Schaffung eines leistungsfähigen, leistungsbereiten Verwaltungsapparates, das Aufhalten der Abwanderung, sowie die Offenlegung vorhandenen Baugrunds und damit verbunden die Freigabe der Standorte für gewerblichen und Eigenheim-Bau.

Rico Goroncy (Parteilos, unterstützt von Die Linke).
Rico Goroncy (Parteilos, unterstützt von Die Linke). © Archiv

Was soll sich in Stendal in den nächsten fünf Jahren ändern?

Bausemer: Mit mir als Oberbürgermeister wird das Thema Sicherheit in Stendal wieder großgeschrieben. Es wird zudem ein Bevölkerungswachstum geben, weil junge Familien durch entsprechendes Bauland endlich in unserer Hansestadt heimisch werden können. Und die Einwohner in den Ortsteilen werden bei wichtigen Entscheidungen endlich eingebunden.

Fontes: Ich stelle mir vor, dass wir eine essbare Stadt haben. Nach dem Motto: Tomaten statt Tulpen. Das wird das Stadtbild verändern, aber zum Positiven. Die regionale Energiegewinnung muss sich auch für die Stendaler Bürger lohnen. Sie haben einen bedingungslosen Anspruch auf bezahlbare Energie.

Goroncy: Der ÖPNV muss bedarfsgerecht gestaltet werden, vorhandenes Bauland muss endlich erschlossen vermarktet werden. Die Kernstadt muss wieder attraktiver werden, unsere Ortsteile wirklich Teile der Stadt sein. Das Uppstall-Gebäude zum Beispiel muss in städtische Hand.

Sieler: Viele nicht umgesetzte Maßnahmen (Bauland, Kitas, Digitalisierung und Wirtschaftsförderung) müssen endlich angepackt werden, ansonsten verlieren die Menschen und Unternehmen das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Stadt. Stendal braucht einen Imagewandel, der durch Professionalität und Service Unternehmen und Fachkräfte anzieht.

Weise: Wir brauchen eine starke, handlungsfähige Stadt mit zukunftsfesten Strukturen. Wir müssen unter anderem ein Schlüsselakteur im Bereich Klima-/Umweltschutz sein und als Vorreiter mit konkreten Maßnahmen vorangehen.

Westphal: Die Haushaltslage verbessern, Bürgerbeteiligung erhöhen und Bürgerbudget schaffen, das Ehrenamt stärken. Neubürger und Rückkehrer über Arbeitsplätze ansiedeln. Die Schaffung von Expertenteams in den Resorts der Verwaltung, sowie der Ausbau einer Verwaltung, die ein Miteinander und dessen Mehrwert erkennt. Der Stadtrat muss zu einem Gremium im Bewusstsein der Wählerschaft und einem leistungsfähigen Team der Problemlösung entwickelt werden. Die Stadt soll grüner, belebter und durch die Stärkung von Kultur und Wir-Gefühl für Bürger und Touristen einladender werden.

Bastian Sieler (Parteilos, unterstützt von
 der SPD).
Bastian Sieler (Parteilos, unterstützt von der SPD). © Archiv

Was gefällt Ihnen am besten an Stendal?

Bausemer: Mir gefällt am besten, dass wir Stendaler ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden haben und wissen, wer uns in den letzten Jahren mit Wahlfälschungen und Vetternwirtschaft betrogen hat.

Fontes: Ich liebe alte Gebäude. Davon haben wir sehr viele. Da hat Herr Schmotz sehr gute Arbeit geleistet. Die Fassaden, der Innenstadtkern sind möglich, die Stadt mit noch mehr Freude zu füllen.

Goroncy: Die engagierte und offene Bürgerschaft, die kulturelle und sportliche Vielfalt. Mich beeindruckt die erfolgreiche Unternehmerschaft von der Gastronomie über den Handel bis hin zur Landwirtschaft. Und natürlich einen fast vollständig wunderschön sanierten Altstadtkern.

Sieler: Stendal ist eine lebens- und liebenswerte Stadt, die alle Vorteile eines gut angebundenen Zentrums mit denen einer ländlichen Region verbindet: kurze Wege, Arbeitsplätze, viele Freizeitangebote und Erholungsmöglichkeiten.

Weise: Die Hansestadt Stendal ist ein Mittelzentrum mit Oberzentrumsfunktion Sprich: Alles Lebenswichtige ist hier vorhanden. Und wer will, ist in kürzester Zeit mit der Bahn in Berlin/Hamburg/Wolfsburg.

Westphal: Die Menschen, die der Stadt ihr Gesicht geben, die wunderschönen alten Bauten, hübschen Ortschaften, mein Heimatgefühl und das Potenzial, das es noch zu entfalten gibt.

Thomas Weise (CDU, unterstützt von der FDP).
Thomas Weise (CDU, unterstützt von der FDP). © Archiv

Welchen Aspekt der Hansestadt Stendal würden Sie bei einem möglichen Sachsen-Anhalt-Tag im Jahr 2024 in den Vordergrund stellen?

Bausemer: Neben beeindruckenden Sehenswürdigkeiten werden wir im Jahre 2024 auch eine moderne Verwaltung, günstiges Bauland und wieder bezahlbare Energiepreise der Stadtwerke zu bieten haben.

Fontes: Ich würde die Bürger, wie bei allen wichtigen Fragen, befragen. Die wissen am besten, was in Stendal die meiste Strahlkraft für Außenstehende hat.

Goroncy: Die Entwicklung der Hansestadt vom Mittelalter bis in die Moderne darstellen. Stendal ist weltoffen und bunt. Die Menschen hier freuen sich auf die Gäste aus allen Landesteilen.

Sieler: Stendals bewegte Vergangenheit und seine reichhaltige Kulturlandschaft, die unter anderem durch die vielfältigen Vereine und ehrenamtlichen Projekte geprägt ist.

Weise: Unsere Stadt als Ganzes, denn „Mittelalter trifft Moderne“ soll auch in 2024 der Kern unserer Botschaft sein.

Westphal: Eigenwerbung als Wohn- und Bildungsstandort, die Menschen, Kulturlandschaft und das Potenzial für wirtschaftliche Expansion.

Kerstin Westphal (Parteilos).
Kerstin Westphal (Parteilos). © Archiv

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