Neuer Parkplatz gezeichnet

Unrat und Schmiererei: Stendal hat Westwall-Areal im Blick

+
Die städtische Putzkolonne ist da gewesen. Kurz darauf liegt wieder Müll im Gebüsch.

Stendal – „Diese Jugend“, schimpft eine ältere Dame und will die Schuldigen ausgemacht haben. Während ihr Begleiter den Anblick übervoller Papierkörbe still erträgt. Ganze Plastiktüten voller Unrat liegen am Zaun.

An mehreren Stellen ist der Weg mit Farbe besprüht. Der mehr als eine halbe Million Euro teure und vor knapp zwei Jahren eingeweihte Parkplatz am Westwall scheint nicht allein von Autofahrern überaus geschätzt.

Die gebührenfreien fast 80 Stellflächen befinden sich im Rücken des Hildebrand-Gymnasiums, das Winckelmann-Gymnasium ist einen Steinwurf weit entfernt. In dem Gebiet herrscht pures Leben.

„Die Graffiti sind uns bekannt und wurden durch die Kollegen des Außendienstes aufgenommen“, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach der AZ mit. Die Verursacher bleiben unerkannt. „Ebenso wissen wir, dass die Papierkörbe zu den Stoßzeiten, in den Schulpausen, regelmäßig stark beansprucht werden und zuweilen überlaufen.“

Darüber hinaus sei den Ämtern „kein außergewöhnlich problematisches Verhalten oder eine Lärmbelästigung nach dem Unterricht“ bekannt. Konkrete Absprache mit der Schule gebe es nicht. Die Behälter würden entsprechend geleert. Dem „größten Ärgernis“, der Schmiererei, werde nachgegangen.

Der Parkplatz an einem ruhigen Tag.

Der Parkplatz liegt nahe dem Zentrum. Dass keine Parkgebühren fällig werden, lockt zusätzlich. Einheimische wie Gäste stellen dort ihr Fahrzeug ab. „Diese Attraktivität führt dazu, dass dort regelmäßig Platzmangel herrscht.“ Insbesondere wären der Schulzeit, ein hoher Anteil von Schülern und Lehrern unter den Nutzern wird vermutet. Eine Vergrößerung des Geländes, wenn denn überhaupt möglich, käme einem schon in den Sinn. „Wobei es derzeit keine Pläne in dieser Richtung gibt“, betont der Rathaussprecher auf Nachfrage der AZ.

Dort doch irgendwann Automaten aufzustellen und die Menschen für einen Stellplatz bezahlen zu lassen, ist kein Thema, derzeit jedenfalls nicht. Wobei der Parkplatz derart nahe der Altstadt selbst durch eine Bewirtschaftung nicht völlig an Attraktivität und Anziehungskraft verlieren würde, ist Fischbach überzeugt.

Zumal die Zahl der Parkplätze gerade im Herzen der Stadt immer wieder für unzureichend gehalten wird und im Stadtrat für Diskussionen sorgt. Aktuell geht es sogar um den möglichen Bau kommunaler Parkhäuser in oder zumindest nahe dem Zentrum.

VON MARCO HERTZFELD  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare