Millionen-Neubau erst Ende des Jahres ganz belegt

Umzug dauert: Bauhof Stendal pustet Sand aus Getriebe

Ein Schild am Zaun weist auf den neuen Bahnhof in Stendal hin.
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Der Bauhof zeigt am neuen Standort schon einmal Flagge. Eine offizielle öffentlichkeitswirksame Übergabe sei derzeit nicht beabsichtigt, heißt es von der Stadt. Das Domizil an der Arneburger Straße kostet mehr als zwei Millionen Euro.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der Umzug des Stendaler Bauhofes in einen Neubau soll erst bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Arbeiten im Domizil an der Arneburger Straße dauern noch einmal länger als gedacht.

Stendal – Selbst wenn sich die Stadt in dieser Sache nicht sonderlich treiben lassen müsste, gestalten sich Neubau und Umzug des Bauhofes in Stendal längst zu einem Geduldsspiel. Im Sommer 2019 hieß es, spätestens Anfang 2020 soll alles fertig sein. Schon davor schien irgendwie Sand im Getriebe. „Die Baumaßnahme ist in ihrer Gesamtheit noch nicht abgeschlossen“, redet Armin Fischbach in dieser Woche erst gar nicht um den heißen Brei herum. Der Umzug vom Uchtewall an die Arneburger Straße soll laut Rathaussprecher nun bis 31. Dezember gelingen. Somit wäre der Stadtpflegebetrieb noch rechtzeitig zum Sachsen-Anhalt-Tag Anfang Juli 2022 am neuen Punkt aufgestellt. Wer es nicht weiß: Ohne Mitarbeiter des Bauhofes geht so gut wie nichts, sie erledigen beispielsweise Reparaturarbeiten und Straßenreinigung, kümmern sich um Beschilderung und Sicherungsmaßnahmen an Wegen.

Für den alten Standort des Bauhofes gab und gibt es Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten. Allzu sehr lässt sich die Stadtverwaltung noch nicht in die Karten schauen. Die Zukunft des Grundstücks: ungewiss.

Das neue Domizil sollte Anfang 2016 noch knapp eine Million Euro kosten, später ist von gut 1,8 Millionen Euro die Rede gewesen. Etwas mehr als 2,1 Millionen Euro hat der Stadtrat letztendlich genehmigen müssen, einschließlich der circa 352.000 Euro, die vor allem wegen allgemein steigender Baupreise nötig wurden. „Der erweiterte Kostenrahmen wird noch immer eingehalten“, heißt es von Fischbach aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Und bitte: Dass das Geld für das Gesamtprojekt abschnittsweise über drei Haushaltsjahre eingestellt war, sei maßgeblich für die relativ lange Bauzeit. Wobei: Nachgerüstet werden muss bei der Salz- und Fahrzeughalle. Die Bauaufsicht hatte im Juli 2020 schon grünes Licht gegeben, dann wurden „andere Notwendigkeiten für die Nutzung offenbar“. Das Änderungsverfahren dauere länger als gedacht, in Kürze soll die Genehmigung aber vorliegen.

Genehmigung fehlt, Arbeiten stehen aus

Auch so gibt es doch noch einiges zu tun. Zum Beispiel werden derzeit die Fassaden der Schlosserei und der Holzwerkstatt fertiggestellt und mit Trapezblech verkleidet. „Die Arbeiten haben sich aufgrund eines Materialengpasses verzögert“, teilt Stadtsprecher Fischbach auf Nachfrage der AZ weiter mit. „Nach Abschluss dieser Arbeiten sind die reinen Gebäude, bis auf die Garagenrückseite, so weit fertig.“ Und wie schon erwähnt, der Umnutzungsantrag zur Fahrzeughalle muss noch genehmigt werden. „Erst damit können die letzten Arbeiten – Montage eines Holzregals unter dem Schleppdach und die Ausstattung der Halle mit Regalen und Abtrennungen – umgesetzt werden.“ In direkter Nachbarschaft zum Landesfeuerwehrmuseum an einer der meistbefahrenen Straßen der Einheitsgemeinde sind auch Büro-, Sozial- und Werkstattgebäude entstanden.

Kosten sollen nicht weiter wachsen

Die Bauhofverwaltung ist ungefähr zu 80 Prozent umgezogen. Bei den anderen Mitarbeitern, die den Großteil ausmachen dürften, ist das zu circa 40 Prozent der Fall. Der Spielplatzbau sei noch auf dem alten Gelände, nutze aber schon die Tischlerei am neuen Standort. Der Grünanlagenbereich befindet sich Fischbach zufolge derzeit noch vollständig am Uchtewall. Politik und Verwaltung waren mit dem Sitz dort nicht mehr zufrieden, die weitere Zukunft dieses Areals scheint nach wie vor offen. Bauliche und räumliche Verhältnisse im Altdomizil entsprechen demnach nicht mehr heutigen Anforderungen. Eine Sanierung sowie teilweiser Abriss und Neubau wären aus Sicht der Stadt unwirtschaftlich gewesen. Der Stendaler Bauhof hat insgesamt mehr als 50 Mitarbeiter, einige Kommunalarbeiter haben ihren Arbeitsplatz in den einzelnen Ortschaften und sehen die Zentrale eher selten bis gar nicht.

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