Umweltminister Aeikens: „Autobahn und Artenschutz sind vereinbar“

Aktionsplan vorgelegt

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Mehrere Grünbrücken für Wild und Fledermäuse sollen, wie hier bei Colbitz, an der gesamten A14-Trasse entstehen.

Stendal/Magdeburg. Artenschutz und Ausbau der Infrastruktur sind für Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) keine unüberbrückbaren Gegensätze, erklärte er gestern bei der Vorstellung des Aktionsplans Biologische Vielfalt der Landesregierung.

Konflikte zwischen beiden gebe es nicht nur beim Straßenbau, gestand er ein. Planungs- und Genehmigungsverfahren seien aber so ausgestaltet, dass für Eingriffe in die Natur umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben sind.

Ziel sei es, auch bei großen Projekten, wie der A14-Nordverlängerung, die Lebensräume von Pflanzen und Tieren zu erhalten. „Wir sind da im Land sehr gut aufgestellt“, sagte der Minister. Er verteidigte die enormen Aufwendungen, zum Beispiel in Wildbrücken und Fledermaustunnel. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten belegt, dass sich diese Investitionen lohnen.

Biologische Vielfalt umfasse aber nicht nur die Vielfalt der Arten, sondern auch die Vielfalt der Lebensräume und die Vielfalt innerhalb der Arten. In Sachsen-Anhalt würden rund 17 000 Tier- und Pflanzenarten leben, von denen viele auf der roten Liste stehen. Zwölf Prozent der heimischen Säugetiere und sechs Prozent der Vögel, zum Beispiel Feldhamster und Rotmilan seien akut vom Aussterben bedroht.

Zu den im Aktionsplan festgeschriebenen Maßnahmen gehört unter anderem die Fortführung des Naturschutzgroßprojektes „Mittlere Elbe“, das sich zu einem Großteil auf den elbnahen Raum des Landkreises Stendal erstreckt. Hier sind unter anderem die Renaturierung überflutbarer Auenwälder durch Deichrückverlegungen und die Förderung der Altlastensanierung in landesweit über 100 Projekten vorgesehen.

In Sachen Artenvielfalt und -schutz sei in Sachsen-Anhalt schon vieles geleistet worden und erste Erfolge sichtbar. Als Beispiel nannte der Minister den Elbebiber, der vor Jahren vom Aussterben bedroht war. Inzwischen habe sich die Population stabilisiert. „Wir sollten uns über diese Entwicklung freuen“, sagte Aeikens. Aber auch hier gebe es Konflikte, weil einige Biberbauten Hochwasserschutzanlagen bedrohen. Ein Abschuss der Tiere, wie bei der Flut vorgekommen, sei kein probater Weg, das Problem zu lösen. Wo es nötig ist, gebe es ein Umsiedlungsprogramm.

Von Christian Wohlt

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