Tragisches A4-Busunglück verstärkt Sicherheitsdenken auch bei Busunternehmen in der Altmark

Umfassende Kontrollen im August

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Busse für Überlandfahrten sind planmäßig 250 Kilometer am Tag unterwegs.

Stendal. Das Busunglück in Dresden hat eine ganze Branche wachgerüttelt. Elf Tote und dutzende Verletzte werfen einen dunklen Schatten auf die Personenbeförderung. Noch ist die Unfallursache nicht 100-prozentig geklärt. Doch Übermüdung des Busfahrers wird vermutet.

Welche Konsequenzen hat der tragische Unfall?

Die Polizei in Stendal ist auf alle Fälle gewarnt und wird die im August anstehende technische Vollkontrolle der Busse in Stendal besonders intensiv betreiben. An vier Tagen werden Polizisten etwa 80 Fahrzeuge von Stendalbus und deren Subunternehmern begutachten. Bis zum Wochenende lief eine Kontrollen im Rahmen des europäischen Polizeinetzwerkes „Tifpol“. Dabei werden abgefahrene Reifen sowie andere Fehlerquellen gesucht. Außerdem werden die elektronischen Fahrtenschreiber kontrolliert. Doch der europäische Arm reicht nicht bis in den Landkreis. Die nächste Kontrollstelle war auf der B71 kurz vor Salzwedel. Ein Ergebnis ist bereits klar: Reisebusse sind weniger auffällig als Lastkraftwagen. Unterfüttert wird dies mit Zahlen aus dem Innenministerium, bei denen der Bus als sicherstes Verkehrsmittel abschneidet. Der Leiter von Stendalbus Klaus-Dieter Schröter war geschockt, als er die Bilder vom Unglück sah – er verweist aber gleichzeitig darauf, dass er in 2013 und 2014 keinen Unfall mit Personenschaden bei seinen eigenen Fahrzeugen hatte. „Und das, obwohl die Busse am Tag zwischen 150 und 250 Kilometer fahren“, sagt er. Die werden auf höchstem Niveau alle drei Monate von der Dekra auf Sicherheitsmängel kontrolliert und bei Bedenken aus dem Verkehr gezogen. Des Weiteren steht für die 20 eigenen Busse eine Werkstatt samt zwei Mechatronikern zur Verfügung. Ein Unglück könne man sich auch gar nicht leisten, denn immerhin transportiere man 4000 Schüler pro Tag. Dafür stellt das Unternehmen samt seiner Subunternehmen etwa 80 Busse. Lediglich abgerissene Außenspiegel und der ein oder andere Kratzer gehen auf das Konto seiner Fahrer, sagt Schröter. [...]

Von Ronny Kauerhof

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