Sanierung leidet unter Coronakrise und explodierenden Baupreise

Hildebrand-Gymnasium Stendal deutlich teurer

Die Rückseite des Gymnasiums Rudolf Hildebrand in Stendal ist eingerüstet.
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Das Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Stendal von der Rückseite nahe dem Westwall. Ein großer Teil des Komplexes in der Kreisstadt ist nach wie vor eingerüstet.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der Um- und Ausbau des Hildebrand-Gymnasiums in Stendal dauert länger und wird deutlich teurer. Der Landkreis geht aktuell von mindestens einer Million Euro Mehrausgaben aus.

Stendal – Wie stark sich nicht zuletzt das Corona-Virus auf die Baustelle auswirkt, kann der Landkreis nun genauer beziffern. Umbau und Sanierung des Hildebrand-Gymnasiums in Stendal sollten ursprünglich rund 5,3 Millionen Euro kosten. Derzeit plant das Fachamt für den Mönchskirchhof mit circa 6,3 Millionen Euro. „Aktuell hat der Landkreis enorm mit der explosiven Baupreisentwicklung umzugehen“, teilt Kreissprecherin Angela Vogel nach Rücksprache mit den Kollegen mit. „Hinzu kommt, dass viele benötigte Baumaterialien nicht mehr zu beschaffen sind, was natürlich auch Folgen für den Bauablauf und die Kostenentwicklung hat.“ Inwieweit dies das Ende der Fahnenstange ist, bleibt abzuwarten.

Landkreis: Baupreise explodieren

Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet. Ende Januar und mitten im Corona-Lockdown war von diversen Lieferschwierigkeiten bei Fabrikanten und Materialien die Rede. Und natürlich: Handwerker fielen aus und Ingenieurbüros planten nur eingeschränkt, weil Angehörige betreut werden sollten oder man in Quarantäne musste. „Die zeitlichen Verluste können nicht aufgeholt werden, da die Abarbeitung von Gewerken nach einem entsprechenden Bauablauf erfolgen muss. Darüber hinaus ist die Auftragslage der Auftragnehmer durch die aktuelle Wirtschaftslage stark ausgelastet.“ Eine Konsequenz: Die Arbeiten dauern insgesamt länger, der Landkreis geht derzeit von Herbst 2022 aus.

Schon seit geraumer Zeit nutzen Lehrer und Schüler Raumcontainer für den Unterricht. In einiger Entfernung am Uchtewall sollen nun noch weitere Container dazukommen.

Geplant war das Bauende anfangs für spätestens Februar. Der erste von zwei Bauabschnitten soll nun in diesem Herbst abgeschlossen sein, an der Gliederung des großen Projektes hat sich nichts geändert. Noch einmal: Neben den allgemein hohen Baupreisen treibt die Covid-19-Pandemie die Kosten nach oben. Zur Erinnerung: Der Landkreis profitiert erheblich von Fördermitteln, von den 5,3 Millionen Euro sind es etwas mehr als 2,8 Millionen Euro. Die besagten Mehrausgaben sollen durch weitere Eigenmittel geschultert werden, so berichtete es Vogel der AZ schon Anfang des Jahres, ohne da genaue Zahlen kennen zu können. Wie dann die Schlussrechnung aussehen wird, muss sich zeigen.

Corona schlägt sich auf Projekt nieder

Das 1911 eingeweihte Schulgebäude ist eine Herausforderung. Die Liste der Handwerker ist lang. Die Arbeiten finden bei laufendem Schulbetrieb statt, Corona hin, Corona her. Schüler und Lehrer müssen für die Arbeiter mitunter das Feld räumen, die Kreissprecherin spricht von gegenseitiger Rücksichtnahme. Aktuell stehen vier Klassenräume in der Containeranlage auf dem Schulhof als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung. In den Ferien werden alle Toiletten im Haus demontiert, draußen entsteht dafür eine Anlage, die mit dem neuen Schuljahr in Betrieb gehen wird. Und: Ein separater Komplex aus sechs Klassenräumen, zwei Kursräumen und zwei Sanitärcontainern entsteht am Uchtewall.

Weitere Container - diesmal an Uchtewall

Für die vergangenen Tage und aktuell kann Vogel berichten, dass die neuen Fenster im Haupthaus eingebaut worden seien. Installationsarbeiten für Heizung, Wasser und Elektro laufen im Seitenflügel. Und weiter: „Das Dach des Seitenflügels ist nahezu fertig gedeckt. Der Austausch maroder Hölzer in der Dachkonstruktion ist abgeschlossen. Die Trockenbaufirma dämmt das Dachgeschoss.“ Estricharbeiten im Keller dürften inzwischen erledigt sein. In den Sommerferien der Schüler, die Ende Juli beginnen, wird der Innenausbau im Seitenflügel fortgesetzt. Dazu kommt besagter Abbruch im Toilettentrakt. Im Haupthaus wird mit den Zimmerer-, Dachdecker- und Fassadenarbeiten begonnen.

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