Stadtrat bewilligt Nachzahlungen für die Arbeiten im Winckelmann-Museum

Der Umbau kann weitergehen

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So sah das Winckelmann-Museum vor den Baumaßnahmen aus. Dass die Balken unter der Decke völlig zerfressen waren, ist erst jetzt bekannt geworden. Deshalb werden Umbau und Erweiterung um 478 000 Euro teurer.

Stendal. Der Fertigstellung des Winckelmann-Museums zum 31. März 2018 steht nun nichts mehr im Wege. Der Stadtrat bewilligte am Donnerstagabend die angefallenen Mehrkosten von 478.000 Euro. Allerdings ging das Ja nicht ohne Diskussionen und einiger Kritik über die Bühne.

Ursprünglich sollten Umbau und Erweiterung des Museums insgesamt 2,3 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon werden staatlich gefördert, zehn Prozent trägt die Stadt Stendal. Diese Kostenschätzung basiert auf einer baulichen und technischen Zustandserfassung im Jahr 2015. Jetzt, als der Putz von den Decken entfernt wurde, um die Tragfähigkeit der darunter liegenden Balken zu überprüfen, kamen an einigen Stellen völlig zerfressene Balken zum Vorschein.

„Beim Bau des Gebäudes ist viel improvisiert worden“, erklärte der Magdeburger Architekt. Der Aufriss der Decke und der Austausch der Bausubstanz würden die Mehrkosten ausmachen. Diese belaufen sich auf 478 000 Euro. Das Geld soll aus Rücklagen genommen werden, die für das Sanieren von Bahnbrücken gedacht waren. Auch die Einsparungen beim Kiosk-Neubau im Tiergarten sollen in das Winckelmann-Museum fließen.

Dazu äußerten am Donnerstag viele Stadträte ihren Unmut. Einige fühlen sich „hintergangen“, da der Stadtrat „viel zu spät“ informiert worden sei. Es kam sogar der Vorwurf der „vorsätzlichen Fehlplanung“ auf, den Oberbürgermeister Klaus Schmotz sofort zurückwies: „Wenn man sich eines so alten Gebäudes annimmt, kann man nie von vornherein die genauen Kosten bestimmen.“

Das Winckelmann-Museum soll ein „modernes Museum für alle“ werden. Die Barrierefreiheit des Hauses ist – unter anderem durch einen Fahrstuhl – gesichert. Auch Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen sollen auf ihre Kosten kommen. Das Herz des Projektes liegt allerdings im hellen Anbau, der in den Garten des Museums ausgerichtet ist. Neben den anstehenden Bauarbeiten muss auch die gesamte Elektronik erneuert werden, wie der Architekt dem Stadtrat mitteilte.

Er versicherte, dass es nicht zu weiteren Kostenerhöhungen kommen werde. „Alle Faktoren, die zu Mehrkosten führen, wurden nun erkannt.“

Die große Mehrheit der Stadträte entschied sich für eine Übernahme der Mehrkosten, da anderweitig in vier Wochen auf der Baustelle Schluss gewesen wäre.

Von Charlotta Spöring

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