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Ukrainekrieg und Energiekrise: Landkreis Stendal sieht Verbraucherzentrale gefordert

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Von: Marco Hertzfeld

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Im Jacobikirchhof 2 in Stendal befindet sich seit Jahren die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale.
Im Jacobikirchhof 2 befindet sich seit Jahren die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Der Anlaufpunkt für Ratsuchende liegt leicht versteckt nahe dem Kino. © Marco Hertzfeld

Der Landkreis will die Verbraucherzentrale in Stendal finanziell unterstützen. Zumal: Ukrainekrieg, Energiepreiskrise und anderes dürften in der Beratungsstelle mehr und mehr Thema sein.

Stendal – Der Landkreis will die Verbraucherzentrale, einen Verein, im nächsten Jahr mit 12.000 Euro unterstützen. Gedacht ist das Geld für die Beratungsstelle in Stendal. „Nach den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie werden es nun die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine sein, die Verbraucherinnen und Verbraucher betreffen.“ Unter anderem steht das in einer Beschlussvorlage aus dem Sozialamt, die dem Kreistag für den 17. November vorliegt. „Drastische Preiserhöhungen“ bei der Energie und „den meisten Dingen des täglichen Lebens, bei geringen verfügbaren finanziellen Mitteln und Rücklagen, sorgen für große Verunsicherung“, heißt es.

12.000 Euro trotz klammer Kasse

Es handelt sich um keine Pflichtaufgabe des Landkreises. Und: Die Haushaltssituation sei prekär, wie die Kreisverwaltung in dem Papier selbst noch einmal feststellt. Dennoch soll die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt auch 2023 mit einem Zuschuss bedacht werden, mindestens seit Mitte der 1990er-Jahre sei dies bereits der Fall. Der Anlaufpunkt befindet sich in der Kreisstadt am Jacobikirchhof. Die Mitarbeiter dort würden sich mit den neuen Themen auseinandersetzen und Ratsuchenden helfen. „Insbesondere der älteren Bevölkerung ist es wichtig, dass es auch persönliche Anlaufstellen gibt.“ Die 12.000 Euro werden demnach für die anteilige Finanzierung der Personal- und Sachkosten benötigt.

Verein unterhält Beratungsstelle

Corona und die verschiedenen Beschränkungen haben sich auch auf die Arbeit selbst ausgewirkt, vieles lief digital und telefonisch. Im Jahr 2021 gab es laut Kreispapier 780 Beratungen, davon 430 zum Verbraucherrecht, 261 zu Energiefragen und 89 zum Thema Lebensmittel. Des Weiteren fanden 334 Kurzberatungen mit Auskünften und Verweisen statt. 22 außergerichtliche Rechtsvertretungen wurden wahrgenommen. Verbraucherschützer hielten 14 Vorträge und richteten Informationsstände bei vier Netzwerkgesprächen ein. Dort konnten 644 Teilnehmer erreicht werden. Wichtige Themen waren zum Beispiel: untergeschobene Telekommunikationsverträge, unzulässige Bankgebühren und Fakeshops.

Ukraine, Preise und die Unsicherheit

Bei der Lebensmittelberatung ging es unter anderem um Einkaufsfallen, Zusatzstoffe in Waren, versteckte Zucker, Trendgetränke und ja, auch um Klima, fairen Handel und Nachhaltigkeit. Der Landkreis sieht die altmärkische Beratungsstelle ganz offensichtlich breit aufgestellt. „Neben der individuellen Rechtsberatung zu Verbraucherthemen bietet die Beratungsstelle auch Terminberatungen zur privaten Altersvorsorge und anderen Finanzthemen sowie zu energetischen Investitionen in den Gebäuden und zum Klimaschutz.“ Träger der Stendaler Beratungsstelle ist besagter Verein, ein Antrag auf kommunale Zuwendungen sei beim Landkreis entsprechend gestellt worden.

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