Stadt Stendal will Ex-Kindertagesstätte in Uenglingen verkaufen

Stadt Stendal: Früheres „Spatzennest“ sucht anderen Ast

Blick von der L 15 auf das frühere Geländer der Tagesstätte in Uenglingen.
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Ungewöhnliche Topografie: Die frühere Tagesstätte der Stendaler Ortschaft Uenglingen befindet sich größtenteils in einer Senke. Direkt vorbei führt eine Landesstraße, die für die Autobahn wichtig sein wird.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Nach dem Umzug der Kinder und Erzieher in einen Neubau ist das Gelände verwaist. Die Hansestadt Stendal will die frühere Kindertagesstätte in Uenglingen veräußern. Das Ganze scheint topografisch recht interessant.

Uenglingen – Die Stadt weiß mit der früheren Kindertagesstätte in Uenglingen selbst nichts anzufangen und will das markante Grundstück verkaufen. „Die Immobilie wird in den nächsten Monaten ausgeschrieben“, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Warum ein Großteil des Areals derart abfällt und einem kleinen Tal ähnelt, vermag Rathaussprecher Armin Fischbach auf die Schnelle nicht zu sagen. Auch weil der auffällige Komplex direkt an einer Landesstraße liegt und diese in naher Zukunft zudem ein Zubringer der Altmark-Autobahn sein soll, ist das „Spatzennest“ innerhalb der Ortschaft umgezogen. Was aus dem alten Domizil der Kinder und Erzieher wird, bleibt erst einmal abzuwarten.

Das neue Domizil liegt direkt am Park der Stendaler Ortschaft Uenglingen. Der Standort scheint wie gemacht für eine Einrichtung mit naturpädagogischem Ansatz.

Das zweistöckige Wohnhaus war einst zum Kindergarten umfunktioniert worden. Viel mehr Informationen zur Geschichte hat Fischbach aus den Fachämtern nicht bekommen. „In den letzten Jahren als Kita sind schwerwiegende Mängel aufgefallen“, kann er aus neuerer Zeit berichten. Vor allem habe es an ausreichend Schlafplätzen gefehlt. „Die Einrichtung war voll belegt und es mussten sogar Ausnahmegenehmigungen eingeholt werden, um den Bedarf der Eltern nachkommen zu können“, erinnert der Stadtsprecher. Und noch einmal: „Auch die Lage an der L 15 war eher suboptimal.“ Der Neubau dauerte länger und wurde teurer als geplant. Etwa eineinhalb Millionen Euro wurden investiert.

Neuem Standort fehlt noch ausreichend Grün

Den Mädchen und Jungen dürfte das piepegal sein. Vor gut einem halben Jahr ist das neue Gebäude offiziell übergeben worden. Leiterin Andrea Stoppok berichtet über die Stadt von einem „durchgängig positiven Feedback“ der Eltern. Und überhaupt: „Die Kita ist viel offener und freier und hat dadurch eine freundlichere Atmosphäre. Durch die direkte Anbindung an den Park und den Wald kann der naturpädagogische Ansatz super umgesetzt werden.“ Der einzige Kritikpunkt: die Außenanlage. Es fehle noch an Bäumen, Büschen und Blumen. Eltern helfen aus und spendieren einiges Grün. Die Außenanlage soll auch kleine naturnahe Verstecke bergen, mit denen sich einiges dazulernen lasse.

Da sich der Standort noch in der Anfangsphase befinde und die Coronaausnahmesituation viel Zeit und Mühe fordere, verzögere sich der vollständige Ausbau der Außenanlage. Doch natürlich, der Weg an sich sei positiv. „Die Eltern nehmen an vielen Projekten teil und helfen mit.“ Wenn möglich, geht es auch immer wieder einmal zum Aufräumen in den Wald. Selbstredend trügen die Kinder bei der Arbeit Schutzhandschuhe. Alte Blechtassen beispielsweise werden später bemalt und als Dekoration verwendet. Der Großteil des Schrotts wird verkauft, das Geld gespendet. „Die Kinder lernen somit den besseren Umgang mit der Umwelt“, heißt es auf Anfrage der AZ weiter. Die Idee zu diesen Aktionen stammte übrigens von Barbara Leonhardt, der stellvertretenden Einrichtungsleiterin.

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