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Übernahme: Sportmuseum Stendal sucht sicheren Puls

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Von: Marco Hertzfeld

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Das Sportmuseum Stendal befindet sich in einem Bürogebäude an der Stadtseeallee.
Dass sich zahlreiche Sportarten im Museum an der Stadtseeallee wiederfinden, soll bereits von außen durch Symbole erkennbar sein. © Marco Hertzfeld

Längst sind die Ehrenamtlichen über das bloße Archivieren hinaus. Das Sportmuseum Stendal soll auch ein Museum sein dürfen. Geld und Personal wären garantiert. Der Stadtrat entscheidet.

Stendal – Das Sportmuseum in Stendal soll stärker Rang und Namen haben und sich sicher und eigenständig für die Zukunft aufstellen können. Über die „Errichtung einer neuen kommunalen Einrichtung“ befindet der Stadtrat am 13. Februar. Der Anlaufpunkt in der Stadtseeallee 1 gehöre bislang zum Stadtarchiv und habe sich aber „konzeptionell eher zu einem Museum mit Einrichtungscharakter“ entwickelt“, erläutert Rathaussprecherin Susanne Hellmuth auf AZ-Nachfrage. Ein neuer Status ließe sich nicht zuletzt im Haushalt ablesen und böte einige personelle Sicherheit. Kosten von insgesamt etwas mehr als 31.000 Euro sind für das Jahr 2023 kalkuliert. Aktuell betreiben drei Ehrenamtliche das Museum, künftig könnten es kommunale Leute und/oder Freiwilligendienstler sein.

Arbeit leisten derzeit drei Ehrenamtliche

„Hier geht es um das sportliche Erbe unserer Stadt, Emotionen, Lebensleistungen“, hatte Museumsmitarbeiter Uwe Bliefert dieser Zeitung im Mai 2019 erläutert. Der offizielle Startschuss stand damals kurz bevor. Und in der Tat: Sportbegeisterte können sich zwischen all den Ausstellungsstücken verlieren und schnell ins Schwärmen geraten. Pokale, Sporthemden, historische Dokumente zeigen Stendal als Sportstadt. Zu den besonderen Devotionalien dürfte ein Diskus gehören von Jürgen Schult, dem Olympiasieger, der mehrmals in der Rolandstadt auftrat. Die Räumlichkeiten (310 Quadratmeter) stellt die IBA gegen Übernahme der Betriebskosten mietfrei zur Verfügung. Bereits jetzt beteilige sich die Kommune an den Kosten der Räume, teilt Hellmuth in dieser Woche auf Nachfrage mit.

Mit Archivieren einst gestartet

Das Sportmuseum hat es durch die Coronapandemie geschafft. In der Beschlussvorlage für den Stadtrat im Februar sind Besucherzahlen für 2022 genannt. Im Januar und Februar waren die Räumlichkeiten geschlossen. Allgemein haben die Betreiber 120 Gäste gezählt. Bei Veranstaltungen waren es 74 Besucher. Und speziell zur Ausstellung 30 Jahre Leichtathletikverein schauten 50 Menschen vorbei. Noch einmal zur besseren Einordnung: Die Stadt betreibt in Amt 40 unter 40.4 ein Stadtarchiv. Zum 1. Januar 2019 wurden sämtliche Archivarien aus dem Bereich Sport zugeordnet. Das Sportmuseum begann ursprünglich mit dem Sammeln historische Sportgüter. Gesammelte Exponate der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen, wurde in der Folge das erklärte Ziel.

Fünfstelliger Betrag für 2023 kalkuliert

Zunächst wurden die Exponate in der Wandelhalle im Stadthaus 1 am Marktplatz zeitlich befristet ausgestellt. Mit dem Jahr 2019 mietete die Hansestadt besagte Fläche im Bürogebäude in Stadtsee an. „Seit 2019 hat sich durch die fehlende örtliche Beziehung und dem fehlenden inhaltlichen Bezug zum städtischen Archiv der Charakter einer eigenständigen Einrichtung herauskristallisiert“, heißt es im Beschlusspapier. Inwieweit auch die Ratsleute diesen Charakter erkennen wollen, bleibt abzuwarten. Auf den Punkt gebracht: Das Sportmuseum soll separat ausgewiesen in einem Sachgebiet 40.1 betreut und mit Geld ausgestattet werden. Geöffnet hat die Einrichtung in der altmärkischen Kreisstadt dienstags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr.

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