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Uchtspringe: Bürgermeister zählt hunderte FCM-Aufkleber

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Von: Stefan Hartmann

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Auf einer Treppe ist ein großes Graffito angebracht. Die Buchstaben FCM sind von oben nach unten zu lesen.
Eine besonders große Schmiererei ist an der Treppe zum Bahnhaltepunkt aufgetaucht. © Hartmann, Stefan

FCM-Aufkleber und Graffiti sind in der Region nichts Neues. Die Menge in Uchtspringe hat den Ortsbürgermeister jedoch überrascht. 

Uchtspringe – Ortsbürgermeister Jürgen Schlafke ist fassungslos: FCM-Schmierereien und Aufkleber sind in der Region nichts ungewöhnliches, aber in Uchtspringe habe die Situation ein neues Ausmaß erreicht. „Allein in den Ortsteilen Uchtspringe und Börgitz sind deutlich mehr als 200 Sachbeschädigungen festzustellen“, erklärt er gegenüber der AZ.

Hauptsächlich handele es sich dabei um Aufkleber an Verkehrsschildern, langen Klebebanderolen, die um Straßenlaternen gewickelt sind oder bemalte Schaltkästen. Ebenfalls getroffen hat es jedoch auch die gesamte Treppe am Uchtspringer Regionalbahnhof. Mit weißer und blauer Farbe sind die Buchstaben FCM im Großformat aufgebracht worden. „In Uchtspringe gibt es kaum noch einen Laternenmast, der nicht mit einem FCM-Klebeband – oft von unten bis oben – umwickelt ist“, beschwert sich Schlafke. Was für die Unterstützer des Fußballclubs vermutlich ein großer Spaß ist, überall auf die eigene Leidenschaft hinzuweisen, erweist sich für die betroffenen Städte und Gemeinden jedoch als teurer Spaß. Aufkleber lassen sich nicht ohne Weiteres von den reflektieren Orts- und Verkehrsschildern entfernen. Wird versucht, sie einfach abzuziehen, nimmt die Oberfläche Schaden und das Schild muss ersetzt werden. Je nach Art des Verkehrszeichens kostet die Neubeschaffung einen anderen Betrag. Ortsschilder belasten beispielsweise mit rund 130 Euro die Stadtkasse.

Angezeigt habe Schlafke die neuen Sachbeschädigungen, die seiner Kenntnis nach erst um die zwei Wochen alt sein können, jedoch bislang nicht, wie er am Sonnabend der AZ erklärte. Das habe schon vorher fast nie etwas gebracht. Auch wenn die FCM-Schmierereien in dieser Zahl neu sind, ist Sachbeschädigung den Orten nicht fremd. Hakenkreuzschmierereien würden von den Beamten nach einer Anzeige recht zügig übermalt werden, erklärt Schlafke. Aber ebenso wie bei den Schäden an der Wassertretstelle gebe es nach einer Anzeige meist nur die Rückmeldung, dass der oder die Täter nicht ermittelt werden konnten und das Verfahren eingestellt wird. Untätig wolle er jedoch nicht bleiben, erklärt Schlafke. „Ich will das beim Stadtrat ansprechen“, sagt er. Das städtische Ordnungsamt müsse einen Überblick darüber erhalten, welches Ausmaß die Schmierereien mittlerweile angenommen haben. Dazu gehöre es auch, eine Umfrage unter den Ortsbürgermeistern zu machen, damit alles erfasst werden kann. Vor allem aber wolle Schlafke von der Stadt wissen, was sie unternommen hat, um „diese Vandalen zu kriegen.“

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