Zeitkapsel beim Abbau der Feldsteine gefunden / Neuer Platz in der Nähe des Kassenhauses

Turnvaters Denkmal ist umgezogen

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Der Findling an der Kette: Ein Denkmal zieht um.

red Stendal. In die Aktion „Rettet das Jahn-Denkmal“ ist Bewegung gekommen: „Am Donnerstag wurde der große Gletscherstein abgebaut“, meldet Jörg Hosang vom Sportarchiv der Hansestadt Stendal.

In der Zeitkapsel liegen Dokumente, die auf die Einweihung des Jahn-Denkmals 1911 hinweisen.

„Bei der Ankunft am Denkmal, das sich an Platz 2 des Fußballstadions Hölzchen befindet, zeigte mir der Kranführer eines Abschleppdienstes, der den Kran zum Abbau der großen Steine führte, den Inhalt einer Zeitkapsel, die beim Anheben des Findlings zum Vorschein kam. “ Die Zeitkapsel habe sich hinter dem Betonrest befunden, an dem früher eine Votivtafel angebracht gewesen sei. So habe der Kranführer berichtet, dass der Inhalt der Zeitkapsel in einem Glas mit Blechdeckel gelagert gewesen sei. „Allerdings war der Blechdeckel verrostet und kaum mehr vorhanden, sodass Feuchtigkeit über die Jahrzehnte in die Zeitkapsel eindringen konnte. Das Glas war beim Anheben des Gletschersteins zerbrochen“, schildert Hosang.

Auf dem Gletscherstein hat der Kranführer den Inhalt der Hülsel gelegt.

In der Zeitkapsel befanden sich verschiedene Schriftstücke, die vollständig durchnässt waren. „Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Angabe über die genaue Zusammensetzung und den Inhalt der Schriftstücke gemacht werden“, bittet der Sportarchiv-Verantwortliche um Geduld. Auf einem Dokument ist ein Hinweis auf das 50-jährige Bestehen des damaligen Männer-Turn-Vereins Stendal und auf die Einweihung des Jahn-Gedenksteines zu erkennen.

Die Abschleppfirma aus einem Stendaler Ortsteil transportierte neben dem großen Gletscherstein weitere drei große Steine zum neuen Standort, der sich am Eingang des Fußballstadions befindet. Der Inhalt der Zeitkapsel ist an das Team des Stendaler Stadtarchivs übergeben worden. „Dort wird über eine mögliche Restaurierung der Schriftstücke entschieden“, sagt Hosang.

Die Denkmalrettungsaktion läuft seit fünf Jahren. Sie entstand im Zuge der ersten Sportausstellung, die die Hansestadt Stendal seinerzeit veranstaltet hat. Bei dem Gedenkstein für Turnvater Jahn handelt es sich um das älteste Sportdenkmal in Stendal. Es steht am ersten und damit ältesten Sportplatz, neben dem Stadion. 1911 wurde das Denkmal anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Männer-Turnvereins aufgestellt. Sportarchiv-Verantwortlicher Hosang und Mitstreiter Horst Paulus initiierten 2014 eine Spendensammlung. Der neue Platz des Denkmals befindet sich im eingezäunten Bereich zwischen Kassenhaus und Tribünenrückseite.

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