Feldstein-Ensemble soll bis zum Spätsommer hergerichtet werden

Turnvaters Andenken wieder in Bronze zeigen

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„Wir sind Förderer der Sportgeschichte“, kämpfen Jörg Hosang (l.) und Horst Paulus (M.) für die Restaurierung des Jahn-Denkmals im Hölzchen. Heinz Gaida unterstützt eine Versteigerungsaktion beim Rolandfest mit zwei Minirädern.

Stendal. „Die Fahrräder sind nicht geklaut“, verspricht Heinz Gaida.

Das Jahn-Denkmal hat bereits Risse in Fugen und Fundament.

Der aus Perleberg stammende Neu-Uchtspringer hat zwei über 40 Jahre alte Mifa-Miniräder aus DDR-Produktion für die Spendenaktion zur Restaurierung des maroden Stendaler Turnvater-Jahn-Denkmals flott gemacht. „Das hat mir Spaß gemacht." Das Räder-Duo ist der Grundstock für eine Auktion zur bereits laufenden Aktion „Rettet das Jahn-Denkmal“ (die AZ berichtete). Beim Rolandfest am 7. Juni sollen von 11.30 bis 12.30 Uhr auf der Bühne am Sperlingsberg weitere Spendenstücke meistbietend zu Geld gemacht werden. „Wir brauchen eine fünfstellige Summe“, schätzt Horst Paulus die Kosten für die möglichst originalgetreue Herrichtung. Damit das Denkmal sein ursprüngliches Antlitz mit Jahn-Bildnis und Bronzetafel bekommt, hat der Stadtverwaltungsmitarbeiter mit seinem Kollegen Jörg Hosang beim Künstlerverband in Dresden um Hilfe angefragt.

Das Denkmal war am 20. August 1911 zum 50. Jahrestags der Gründung des Männer-Turnvereins Stendal von 1861 auf dem Turnplatz eingeweiht worden.

Es fristet derzeit am Rande des Waldsportplatzes der Kicker vom 1. FC Lok Stendal ein trauriges Dasein – hinter einem Fußballtor. Die ursprünglich drei Meter große Feldsteinskulptur ist im Laufe der Zeit etwa einen Meter im Boden versunken. Längst gibt es Risse in Fundament und Fugen.

Bis zum Spätsommer wollen Stendals Jahn-Retter das Denkmal auf Vordermann bringen. „Dann kann die Hansestadt auf 200 Jahre organisierten Sport zurückblicken“, verkündet Hosang in einer extra für die Aktion verfassten Broschüre. Er und Paulus sind nun auf der Suche nach Auktionsware, die aber „versteigerungswürdig sein muss“. Ab sofort können Abgabetermine mit Paulus und Hosang im Zimmer 111 des Stadthauses Markt 14/15 montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr vereinbart werden. „Am besten vorher unter (03931) 651 141 anrufen“, rät das Duo, das für eine bessere Zukunft des ersten und ältesten Stendaler Sportdenkmals kämpft – „auch für unsere Enkel und Urenkel“.

Von Antje Mahrhold

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