Studie für den Weg zum Besuchermagneten: Info-Pavillon mit Turm vorm Lokal

Ein Turm zieht auf die Burg: „Geschichte erzählen lassen“

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Zwei Türme führt Arneburgs Wappen: Auf dem Burgberg soll nach dem Vorbild des früheren Bergfrieds eine Anhöhe gebaut werden. Auch für die Gaststätte gibt es Pläne.

Arneburg. Auf eine Hafenpromenade wie in Tangermünde oder Wittenberge muss der anerkannte Erholungsort wegen Überflutungsgefahr auch künftig verzichten. „Wasserkraft formte die Landschaft“, erläutert dazu passend auch eine Info-Tafel am etwa 35 Meter hohen Steilhang.

Und auf ihm prangt der Burgberg, der mit der Design-Studie von Rüdiger Laleike (die AZ berichtete) zum „Besuchermagneten“ entwickelt werden soll, wie Dr.  Wolfgang Haacker hofft.

Der Vorstandsvorsitzende des Kulturfördervereins „Östliche Altmark“ hatte in Abstimmung mit dem Arneburger Kultur- und Heimatverein vor zwei Jahren in einem Architekten-Plenair Entwürfe für einen burgähnlichen Pavillon ausgeschrieben. Als Einziger Lust auf diese Aufgabe zeigte der Freischaffende aus Stendal. Der 67-Jährige erläuterte am Dienstagabend vor wenig Publikum, wie der neue Info-Punkt aussehen könnte und wo er stehen soll, als der Stadtrat in der Stadthalle getagt hat. „Der jetzigen Bauhülle fehlt es an Attraktivität“, plädiert der 67-Jährige vehement für eine Einbeziehung der Burggaststätte in die neue Gestaltung. Im Eingangsbereich des 1964 nach einem Brand durch Einwohner wiederaufgebauten Lokals, das der Stadt gehört und das per Erbbaupachtvertrag von Burgwirt Thomas Libratzki betrieben wird, schlägt Laleike einen Multifunktionsanbau mit einem Baukörper vor, „der Geschichte erzählen lässt“.

Äußerst aufsehenerregender Teil am Neubau mit offenem Durchgang, Präsentationsraum, Toiletten und Freilichtbühne soll ein Turm für die Burg sein, der weither und von der Elbe aus sichtbar sein soll. Auch eine architektonisch kluge Verkleidung der barackenartigen Struktur des Gaststättengebäudes soll die Silhouette des Bergs positiv beeinflussen.

„Wir kommen nur zu einem guten Ergebnis, wenn wir alle Elemente einbeziehen“, schlägt Laleike vor. Dazu gehören Freiraummöbel wie Bänke und Papierkörbe genauso wie das Antlitz von Zäunen und Geländern. Ziel sei es, die Attraktivität deutlich zu erhöhen sowie weiterer Zersiedelung und zufälligem Wildwuchs entgegenzuwirken. Neue Funktionsbereiche müssten mit robusten, zeit- und schnörkellosen Objekten gestaltet werden, die möglichst auch mechanisch belastbar seien, macht Laleike neugierig auf den zweiten Teil seiner Studie. Der soll konkrete Details enthalten, die der Stendaler auch in einem selbst gebauten Burgbergmodell zeigen will.

„Ich habe keine Angst, dass das nichts wird“, setzt Arneburgs Bürgermeister viel Hoffnung in den Laleike-Vorschlag. Die Studie soll zusammen mit einer Bachelor-Arbeit, die einen Rhododendren-Park mit Tiefseilgarten vorschlägt, als Richtschnur für die künftige Gestaltung dienen, sagte Lothar Riedinger. „Der Burgberg blickt auf eine mehr als 1000-jährige, wechselhafte Geschichte zurück. Er soll sich im Rahmen einer komplexen Gestaltung zum Besuchermagneten entwickeln“, sagt Dr. Haacker.

Von Antje Mahrhold

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