Premiere fehlt der ganz große Glanz

Trotz Pannen: Stendaler Weihnachtszirkus soll fester Höhepunkt werden

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Nur das Pferd wendet sich ab und dies auch nur in einem Moment. Alicia Spindler will den Stendaler Weihnachtszirkus nach der Premiere nicht sterben lassen. Im Gegenteil, die 21-Jährige plant bereits die zweite Auflage.

Stendal – Der ganz große Erfolg sei es nicht gewesen, sicherlich. Von Pleiten, Pech und Pannen möchte Alicia Spindler aber auch nicht reden. „Wir sind mit dem Gesamtpaket durchaus zufrieden. “ Die erste Altmärker Weihnachtsshow in Stendal mache Lust auf mehr.

„Es wird auf jeden Fall eine zweite Auflage geben. Das Winterprojekt wird nicht sterben, im Gegenteil, es geht weiter“, zeigt sich die 21-Jährige zuversichtlich.

Der Weihnachtszirkus soll sich nach wie vor zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders in der Region entwickeln. „Es braucht mindestens drei Jahre, um sagen zu können, ob eine solche Show auf Dauer wirtschaftlich betrieben werden kann oder nicht. Wir nehmen uns die Zeit.“

Hinter der jungen Frau steht eine ganze Zirkusfamilie, Circus Voyage betreibt seit Jahren einen Weihnachtszirkus in Berlin. Stendal ist das erste richtige eigene Projekt der 21-Jährigen. Was die Besucherzahlen angeht, hält sich Spindler bedeckt. Nur so viel: Nicht alle Aufführungen waren ausreichend besucht, geschweige denn ausverkauft. Doch immerhin: Von den insgesamt 21 Vorstellungen in Dezember und Januar habe letztendlich nur eine einzige gestrichen werden müssen. Gehakt habe es ganz offensichtlich im Online-Verkauf. „Für einen wichtigen Teil der Vorstellungen soll dort die Angabe ausverkauft gestanden haben, obwohl es noch Karten gegeben hätte. Das ist natürlich sehr unglücklich gelaufen.“

In der Pause und nach der Vorstellung habe sie das Gespräch mit Gästen gesucht, einige seien auch auf sie zugekommen. „Fast alle waren glücklich und wollen das nächste Mal wiederkommen.“ So mancher Besucher habe sich mehr Tiere in der Manege gewünscht. „Wobei es ja sonst von anderer Seite immer öfter heißt, dass niemand mehr Tiere im Zirkus sehen wolle“, gibt sich Spindler verwundert. Eine hochkarätige Löwen-Nummer musste kurz vor der Premiere abgesagt werden. Das könnte der Erstauflage des Stendaler Weihnachtszirkus den einen oder anderen Gast gekostet haben. Für Spindler scheint das im Gespräch mit der AZ bereits abgehakt, sie entwickele schon neue Ideen für den Dezember 2020.

In die Karten schauen lässt sie sich dabei noch nicht. Mehr oder weniger fest stehe: Es wird weniger Vorstellungen geben. Zudem soll der zweite Stendaler Weihnachtszirkus früher im Advent starten und dafür nicht allzu weit in das nächste Jahr reichen. Spindler will nach weiteren typisch weihnachtlichen Elemente für die Show suchen. Und: „Eine ordentliche Schneemaschine muss her, diesmal hat das nicht ganz funktioniert.“ Ausgemacht sei auch, dass sie sich auch beruflich ihrem Freund anschließt und sie gemeinsam mit einer Körperkunstausstellung durch die Lande touren. „Außerhalb davon widme ich mich allein dem Stendaler Projekt, die alljährliche Show ist und bleibt eine Herzensangelegenheit.“

VON MARCO HERTZFELD 

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