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Trockenheit: Stadtsee Stendal zieht sich zurück

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Von: Marco Hertzfeld

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Der Uferbereich nahe dem Tiergarten in Stendal ist trockengefallen.
Der Uferbereich nahe dem Tiergarten ist trockengefallen. Dass der Stadtsee in Stendal momentan weniger Wasser führt, scheint schwerlich von der Hand zu weisen. © Marco Hertzfeld

Der Stadtsee in Stendal erhält derzeit kaum bis kein Wasser aus der Uchte. Ein erneutes Fischsterben ist nicht auszuschließen. Eine dritte Belüftungsanlage ist schon länger angekündigt.

Stendal – Der Stadtsee in Stendal hat ganz offensichtlich Wasser verloren. Aber nicht so viel, dass es das Rathaus großartig umtreibt. „Der Wasserstand des Stadtsees steht in Abhängigkeit zur Wasserführung der Uchte, daran gemessen ist der Wasserstand normal“, hat Philipp Krüger schon Mitte des Monats nach Rücksprache mit dem Fachamt eingeschätzt. Mit konkreten Angaben spart der Rathaussprecher. Am Wehr in Höhe der Blumenthalstraße befindet sich eine Pegellatte. Ein größeres Fischsterben im künstlich angelegten See wie im Sommer 2019 soll durch Belüftungsanlagen zumindest unwahrscheinlicher werden. Eine dritte Anlage ist noch für dieses Jahr geplant. Kostenpunkt circa 76.000 Euro.

Die Uchte nahe der Blumenthalstraße in Stendal führt kein Wasser.
Die Uchte bringt dem Stadtsee bereits seit Tagen kein Wasser mehr. Die Messlatte rechts am Wehr in Höhe der Blumenthalstraße kann getrost ignoriert werden. © Marco Hertzfeld

Trockenheit setzt dem Gewässer zu

„Durch die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen verdunstet viel Wasser. Es wird kritisch für das Leben im Gewässer, wenn der Sauerstoffgehalt nicht mehr ausreichend ist, der ist jedoch bei jedem Individuum unterschiedlich“, erläutert Krüger. Und natürlich: „Das Wetter können wir noch nicht beeinflussen, deshalb lässt sich ein Fischsterben auch nicht ausschließen, wenn die Lebensbedingungen für Flora und Fauna nicht mehr gegeben sind.“ Im August vor drei Jahren mussten tonnenweise tote Fische entsorgt werden. Das Sterben zog sich über mehrere Tage hin, der Angelverein verzweifelte. Der See hat eine durchschnittliche Tiefe von gerade einmal etwas mehr als eineinhalb Metern.

Fischsterben nicht auszuschließen

Im Februar 2021 wurden zwei Belüftungsanlagen in den Stadtsee eingebracht, um mehr Sauerstoff in das Gewässer zu treiben. Die Anlagen haben bisher genau 42.110 Euro gekostet. Eine größere Entschlammung des Sees erfolgte in den Jahren 2002 und 2003, die Ausgaben betrugen rund 790.000 Euro. „Vorläufig ist aber keine Entschlammung vorgesehen“, teilt der Stadtsprecher aktuell auf AZ-Nachfrage weiter mit. „Die Belüftungsanlagen dienen der Aktivierung der Selbstreinigungskräfte des Gewässers.“ Das Naherholungsgebiet entstand Mitte der 1930er-Jahre. Der Stadtsee ist mehrere Hundert Meter lang und 125 Meter breit. An seinem Ufer befindet sich der Tiergarten, eine recht beliebte Freizeitstätte.

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