Nach Anschlägen in Paris

Trauer in Verwaltung und Islamischer Gemeinde Stendal

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Auf Halbmast: Die Landesregierung hat gestern die Anweisung zum halbhohen Hissen der Deutschland- und Sachsen-Anhalt-Fahne beschlossen.

Stendal. Gegen Mittag kam schließlich der Beflaggungs-Erlass aus Magdeburg: Das Rathaus Stendal stellte die Flaggen auf Halbmast. Der Anlass natürlich: die Anschläge in Paris.

Entsetzen über den Mord an mindestens 130 Menschen prägte auch in Stendal gestern die Stadtgespräche – auch unter den Mitgliedern der Islamischen Gemeinde Stendal, die sich klar distanzierten.

So ist für Mohamed Msaik, den Vorsitzenden der Islamischen Gemeinde in Stendal, klar: „Wir lassen uns vom IS nicht unseren Glauben entwürdigen!“ Man sei geschockt in der Gemeinde, „und wir sind sehr traurig, auch die Flüchtlinge.“ Die Anschläge in Paris seien die Tat von Einzeltätern, die, so Msaik, „mit dem Islam nicht zu tun haben – überhaupt nichts.“

Allerdings einen Punkt erwähnt Msaik noch: Er telefoniert sehr oft in seine ursprüngliche Heimat nach Libyen. Dort geschehen ähnliche Anschläge alle zwei bis drei Tage. Er sagt das, um nochmals darauf hinzuweisen, wie sehr der Terror der Islamisten in den arabischen Ländern selbst tobt und wie sehr der IS – der neben Syrien und Irak auch in Libyen Teile des Landes beansprucht – das Leben beeinträchtigt. Der Grund, dass die arabische Welt ein Pulverfass ist, sieht er nicht in tatsächlichen religiösen Motiven. Die spricht er dem IS nicht zu: „Das sind keine Muslime, glauben Sie mir.“ Es gehe oft eher um Bodenschätze und geopolitischen Einfluss.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten gestern alle Europäer zu einer Schweigeminute aufgerufen. Dazu hatten sich etwa 50 Mitarbeiter der Verwaltung der Hansestadt Stendal angeschlossen, Unter Leitung des stellvertretenden Bürgermeister Axel Kleefeldt gedachten sie der Opfer der „barbarischen“ Anschläge.

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