Urteil gegen Gardelegener Halbbrüder wohl am Freitag

Totschlag-Prozess kommt zum Ende

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Der Angeklagte Kai S. vor Verhandlungsbeginn mit seinem Verteidiger Ludwig Wilhelm Jorkasch-Koch.

Stendal. Ein einziger Gerichtstermin im Totschlag-Prozess zweier Gardelegener Halbbrüder steht noch an. Am Freitag, 29. August, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Urteil kommen, bestätigte der Pressesprecher des Stendaler Landgerichts Dr. Michael Steenbuck auf Nachfrage der AZ.

Kai und Nico S. sollen im Alkoholrausch ihren Onkel Helmut V. mit Schlägen und Tritten traktiert und ihm dann mit einer leeren Bierflasche dreimal an den Kopf geschlagen haben. Helmut V. erlag noch in der Wohnung seinen Verletzungen. Eine Rechtsmedizinerin aus Halle sprach von eingeatmetem Blut, dem vom Schädel abgerissenen Oberkiefer sowie ausgeschlagenen Zähnen

Aus dem Gericht

Gestern wurden unter dem Vorsitz von Richter Christian Hachtmann zwei Zeugen vernommen. Erst äußerte sich eine Chirurgin, die in der Tatnacht zu der „leblosen Person“ gerufen wurde. Sie habe Helmut V. leblos auf dem Bett vorgefunden. Die einsetzende Leichenstarre und die Null-Linie auf dem EKG hätten ihren Anfangsverdacht bestätigt, dass Helmut V. bereits bei ihrem Eintreffen tot war. Nico S. habe ihr gegenüber angegeben, das Opfer habe sich die Verletzungen zugezogen, als er beim Gassigehen mit dem Hund auf einen Stein gefallen sei. Die 52-jährige Ärztin fand das Opfer nur mit einem Paar Socken und einer Unterhose bekleidet vor.

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Totschlag mit leerer Bierflasche

Im Anschluss informierte der Betreuer von Kai S. über dessen soziale Entwicklung. Ein Platz in einem Heim für psychisch Kranke habe Kai S. bereits sicher, zunächst müsse er jedoch seinen Alkoholismus unter Kontrolle kriegen.

Von Mike Höpfner

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