Spezielles Unternehmen beseitigt beide Kadaver

Trauer in Magdeburg groß: Tote Zoo-Giraffen in Stendal untersucht

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Giraffe Femke auf einem letzten Bild. Tierpfleger-Auszubildende Anna Lena Bachner ist nun auch traurig.

Stendal / Magdeburg – Die Trauer um die beiden toten Giraffen ist in Magdeburg groß, Veterinärmediziner des Landesamtes in Stendal haben nun für Aufklärung gesorgt. Zoodirektor Dr. Kai Perret und Kollegen wollten den Untersuchungsbericht aus der Altmark noch ganz genau lesen und dann die Öffentlichkeit informieren, sagt Sprecherin Regina Jembere der AZ.

Fest stehe bereits: Das Junge kam kleiner als normal zur Welt und bei der Mutter riss die Gebärmutter.

Giraffe Femke hatte eine Totgeburt und starb wenig später selbst. Der Fetus sei am 24. Mai durch den Zoo der Landeshauptstadt angeliefert worden, die Kuh einen Tag danach durch ein spezialisiertes Beseitigungsunternehmen aus Genthin, teilt Peggy Wießner, Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz, auf Nachfrage der AZ mit. Nach Abschluss aller Untersuchungen holt das Unternehmen die Kadaver ab.

In Sachsen-Anhalt gebe es nur den Standort Stendal mit einer Tierpathologie und allen Möglichkeiten der weiteren Bearbeitung von Proben. „Das Spektrum der untersuchten Tiere umfasst die gesamte Palette von Zootieren von Vögeln über Reptilien bis zu Elefanten und Giraffen.“ Auch Tiere aus der freien Natur wie Fuchs, Marderhund, Waschbär, Wildschwein, Reh und Vögel aller Art landen auf den Tischen der Veterinäre in der Altmark.

Die Sachverständigenbehörde sei nicht zuletzt für die Bereiche Tierseuchen und Tierschutz angemessen ausgerüstet. „Somit ist das sichere und rechtzeitige Erkennen von Tierseuchen, Tierkrankheiten und Zoonosen, also Erkrankungen, die auf den Menschen übertragbar sind, jederzeit gesichert. Egal, ob es sich dabei um bakterielle, virale oder parasitäre Erreger handelt“, meint Wießner. Nicht jede Erkrankung sei infektiös bedingt, auch dann könnten die Fachleute eine exakte Diagnose liefern.

Gut eine Woche nach dem Tod der Rotschildgiraffe Femke und ihres Babys brachte Femkes Tochter Shani in der Landeshauptstadt ein Jungtier zur Welt. Für den Zoo laut Medienberichten offenbar ziemlich überraschend. Zwar soll es Anzeichen gegeben haben, dass die Giraffenkuh trächtig gewesen sei, doch in diesem Moment habe niemand wirklich mit einer Geburt gerechnet. Der Nachwuchs ist männlich.

VON MARCO HERTZFELD

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