Ergebnis der Freibäder durchwachsen

13 Tote in der Badesaison 2012

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dpa Sachsen-Anhalt. Erst viel Regen und am Ende doch noch Temperaturen von weit über 30 Grad - in Sachsen-Anhalt schließen die Freibäder nach einer durchwachsenen Saison. 13 Menschen starben in diesem Jahr beim Baden.

Es war eine durchwachsene Saison für die Schwimmbad-Betreiber in Sachsen-Anhalt. Nach einem mäßigen Start mit kühlen Temperaturen im Mai und Juni zog es die Wasserratten nur vereinzelt zu den Gewässern des Landes. Erst im Ferienmonat August mit Spitzenwerten jenseits der 30-Grad-Grenze füllten sich Uferzonen und Freibäder mit Besuchern, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Für 13 Menschen endete das Badevergnügen jedoch tödlich. Das sind mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

"Es war keine optimale Saison, aber der August hat die Bäder gerettet", sagte der Sprecher der Bädergesellschaft Sangerhausen, Nico Scherbe. Für die Schwimmbad-Betreiber am Barleber See seien aufgrund des guten Wetters in der wichtigen Ferienzeit die Einnahmen nach eigenen Angaben um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. An extrem heißen Tagen hätten bis zu 7500 Gäste den See besucht.

Auch in Halle kühlten sich die Wasserratten vorrangig im August ab. An Spitzentagen hätten sich bis zu 4000 Besucher im Heidebad Halle getummelt. "Die Gäste kommen nicht nur zu uns, um im See zu schwimmen, sondern auch um in den Kletterwald oder zu Veranstaltungen am Abend zu gehen", sagte Geschäftsführer Mathias Nobel. Die Saison im Heidebad endet erst am 4. November. Bis dahin rechnet Nobel mit 120 000 Besuchern. Das wären 20 000 mehr als im Vorjahr.

Doch der Badespaß hat auch seine Schattenseite. Jedes Jahr sterben in den Gewässern des Landes Menschen aller Altersgruppen. In diesem Jahr kamen nach Angaben der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 13 Badegäste ums Leben - unter ihnen auch zwei Kinder.

"Ältere Menschen erleiden bei hohen Außentemperaturen im kühlen Wasser häufig einen Herz-Kreislauf-Schock", sagte der Geschäftsführer des DLRG Sachsen-Anhalt, Holger Friedrich. Jugendliche seien hingegen einfach oft unvorsichtig. "Sie wollen sich beweisen und springen deshalb leichtsinnig in unbekannte Gewässer", sagte Friedrich. Unfälle seien so vorprogrammiert.

Gefährlich sei vor allem der Trend, in nicht freigegebenen Gewässern wild zu baden. "Übermutige ignorieren einfach die Verbote wie etwa nach dem Erdrutsch am Nachterstedter See", erklärte Friedrich. Bei einem Notfall müssten Rettungskräfte dann erst weite Wege zurücklegen, bevor sie eingreifen könnten.

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