Schöne Erfolge mit Hunden / Schlaganfallpatient kann Hand wieder benutzen

Tierische Therapeuten

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„Emma“ sucht auch von sich aus den Kontakt zu den Heimbewohnern. Mit ihrem offenen Wesen sorgt sie für strahlende Gesichter.

Stendal. Ist es möglich, dass ein Mann, der nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt war, ganz plötzlich seine Hand wieder benutzen kann, um „Lucky“ zu füttern und zu streicheln? Dies ist nur einer der Erfolge, den das Stendaler Pflegeheim „Jenny Marx“ mit der Hundetherapie bereits verbuchen kann.

„Lucky“ ist ein ausgebildeter Therapiehund – und kassiert bei den Besuchen im Pflegeheim mindestens genauso viele Leckerlis wie „Emma“. Und sie haben sich jedes einzelne Leckerli verdient.

Es sind besondere Vormittage im Altenpflegeheim, wenn die beiden Hunde mit ihrem Besitzer Swen Jäger vorbei schauen. Die vierjährige Labradorhündin „Emma“ verbreitet von Anfang an fröhliche Stimmung in der Gruppentherapie. Seit einem Jahr kommt Swen Jäger mit zwei Hunden regelmäßig in das Stendaler Altenpflegeheim. Sowohl „Emma“ als auch der achtjährige „Lucky“ haben bei dem Berliner Verein „Hunde im Sozialdienst“ eine Ausbildung als Therapiehund absolviert.

Einige der Heimbewohner hatten früher selbst Hunde und finden gleich Kontakt zu „Emma“, die auf Zuruf sofort schwanzwedelnd die jeweilige Richtung ansteuert. Den etwas skeptischeren Rentnern hat Jäger Kochlöffel gegeben, von denen die Hündin das Leckerli artig nimmt. Die „Futterrunden“ gefallen ihr wohl am besten, aber es gibt auch jede Menge Streicheleinheiten für sie. Jäger informiert die Gruppe auch über das Hundeverhalten und hundliche Bedürfnisse.

Der braune Labradorrüde „Lucky“ verhilft in der Einzeltherapie einem Heimbewohner zu mehr Mobilität.

So ist es nicht verwunderlich, dass nach „Emmas“ Besuch nur strahlende Gesichter zu sehen sind. Jägers Frage an die Teilnehmer, ob es ihnen gefallen habe, hat ein einstimmiges „Ja“ zur Folge. „Emma“ darf sich nun erst einmal ausruhen, ihre Aufgaben als Therapiehund übernimmt „Lucky“, der bis dahin im Auto gewartet hat. Denn allzu lange, so erklärt Jäger im Gespräch mit der Altmark-Zeitung, dürfe er die Hunde nicht einsetzen – so spielerisch es auch aussehe, so anstrengend sei es doch für die Tiere. Maximum sei eine Stunde, weiß der 53-Jährige, er wechselt die Hunde aber schon nach 30 Minuten aus.

Strahlen kann auch Ergotherapeutin Daniela Lauck – die Hundetherapie hat schöne Erfolge in dem Stendaler Pflegeheim „Jenny Marx“.

Von Petra Braig

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