Tiergartenkonzept überarbeitet

Stendaler Zoo-Ideen kommen an

Der Stendaler Tiergarten liegt am Stadtsee.
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Der Tiergarten liegt ziemlich idyllisch am Stadtsee. Das Bild zeigt einen Teil der Gehege am frühen Vormittag. Geöffnet ist der Tiergarten der Hansestadt derzeit von 9 bis 17 Uhr.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Das überarbeitete Tiergartenkonzept in Stendal hat eine erste Hürde genommen und kommt nun in den Stadtrat. Das Papier überzeugt bislang mit konkreten Vorschlägen. So könnte zum Beispiel ein Schmetterlingshaus entstehen.

Stendal – In einem ersten Anlauf war das neue Tiergartenkonzept vor Monaten bereits in diesem Ausschuss durchgefallen, weil die Visionen fehlten. Das überarbeitete Papier für die Zeit bis 2025 erntete nun an derselben Stelle durchweg Lob. Mit acht Ja-Stimmen wurde das elfseitige Konzept empfohlen, mehr geht nicht. Der Stadtrat hat am 22. März das letzte Wort. Tiergartenleiterin Anne-Katrin Schulze, Silke Pidun, der zuständigen Amtsleiterin, und Dr. Uwe Donner, dem Vorsitzenden des Fördervereins, fiel an diesem Abend schon einmal sichtbar ein Stein vom Herzen. Gleichwohl schrieb Letztgenannter allen ins Merkheft: „Wir müssen am Ball bleiben, die Konkurrenz schläft nicht.“

Dass es nach wie vor auch Schwachstellen in der Einrichtung am Stadtsee gibt, darauf wies Dr. Donner, ein Allgemeinmediziner, in seiner diplomatischen Art und Weise hin. Er sprach vom Tierbestand, der durchaus noch „optimiert“ werden könnte und sich stärker am Natur- und Artenschutz orientieren sollte. Für die Hansestadt gehe es auch in Zukunft nicht um ein Elefantenhaus oder andere Riesenprojekte, sondern um gezielten Um- und Ausbau im Bereich des regional Möglichen. Der Verein der Tiergartenfreunde wolle weiterhin dabei helfen. Und mit dem Berufsbildungswerk Stendal und den Jugendlichen dort habe man ja noch einen weiteren tatkräftigen Verbündeten quasi vor der Haustür.

Aus mehr oder weniger sechs Visionen soll eine Arbeitsgruppe mit interessierten Stadtratsmitgliedern mindestens ein Projekt formen helfen. Wie bereits berichtet, könnte ein Schmetterlingshaus entstehen. Die Großflugvoliere für Vögel herzurichten und teilweise für Menschen begehbar zu machen, ist ein weiterer Punkt. Auch könnte das Affenhaus neu in Szene gesetzt werden. Ähnliches gilt für die Erdmännchenanlage. An anderer Stelle rücken womöglich Honigpapageien (Loris), recht farbenfroh, ins Rampenlicht. Und eine Anlage für Kattas (Lemuren aus Madagaskar) könnte den Tiergarten ebenfalls bereichern. Was in fünf Konzeptjahren möglich sein wird, muss sich zeigen.

Anette Lenkeit, die für die Bündnisgrünen im Fachausschuss sitzt, freute am Papier besonders, „dass es so konkret“ sei und man es nach 2025 „abrechnen“ könne. Jürgen Teubner (AfD) besuchte nach eigenem Bekunden erst kürzlich mit einer befreundeten Familie aus Brandenburg den Tiergarten und war begeistert. Christina Jacobs (CDU) bekundete: „Mit Frau Schulze und Dr. Donner haben wir die richtigen Leute im Tiergarten“. Ausschussvorsitzender Rico Goroncy (Linke) outete sich als Zuschauer der TV-Sendung Tierärztin Dr. Mertens in Leipzig und ja, der Tiergarten Stendal werde mehr und mehr auch sein Ausflugsziel. Der Tiergarten feiert 2022 seinen 70. Geburtstag.

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