Digitale und analoge Angebote gemischt / Theater plant Filmproduktion

Theater der Altmark stellt sich auf Neustart des Spielbetriebs ein

Theaterintendant Wolf E. Rahlfs steht vor Kachelfenstern in einem Treppenhaus.
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Theaterintendant Wolf E. Rahlfs informiert über die laufende und kommende Spielzeit.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Etwas zu tun ist immer: Auch wenn momentan keine Vorstellungen im Theater der Altmark laufen, muss viel geplant werden.

Stendal – „Die Leute fragen oft, was wir den ganzen Tag machen“, berichtet Theaterintendant Wolf E. Rahlfs. Verbreitet sei die Vorstellung, dass, da ohnehin nicht gespielt oder geprobt werden kann, auch nichts zu tun sein könne. Tatsächlich sei es jedoch genau umgekehrt: Den Stillstand zu verwalten sei in vielen Fällen aufwendiger, als ein Theater, das mit seinem Betrieb ins Rollen gekommen ist, zu managen.

Wegen des unregelmäßigen Spielbetriebs muss viel umgeplant und teilweise auch neu gedacht werden. Recht klassisch konnte das Theater einiges auf die Beine stellen. Sieben der geplanten Premieren hätten stattfinden können, zählt Rahlfs auf – weitere sind vorgesehen. Wann es soweit sein kann, steht aber in vielen Fällen noch aus und hängt natürlich von den jeweiligen Corona-Bestimmungen ab. Gut stehen die Chancen jedoch aktuell für Fräulein Smillas Gespür für Schnee aus dem Abendprogramm aus. Das Stück soll sowohl analog, als auch per Livestream bereits im kommenden Monat, sofern es der Lockdown zulässt, vorgeführt werden. Genaue Daten könnten dazu noch nicht genannt werden, aber angestrebt werde eine Vorführung nach Ostern und eine zweite knapp drei Wochen später.

Auch der bereits produzierte Film „Lockdown“, der mit der Freiwilligen-Agentur Altmark erarbeitet und im Dezember vorgestellt werden sollte, wandert in die digitale Welt. Das Projekt der Sparte Bürgerbühne soll voraussichtlich als „Limited Stream“, also nur für eine begrenze Zeit online abrufbar sein.

Das vermutlich größte und engagierteste Projekt für das TdA ist jedoch das Stück „Das Schicksal stellt mich auf eine Nadelspitze“, eine Jacob Michael Reinhold Lenz-Collage. Für diese werde aktuell das Drehbuch umgeschrieben, um es als Film umzusetzen und es soll ebenfalls als limited Stream vorgeführt werden. Damit gebe es für jede der drei Sparten, die das Theater abdeckt, ein digitales Projekt, ergänzt Elisa Marquardt, Pressesprecherin des TdA. Jedoch richte sich das Theater nicht rein digital aus. „Wir haben genug auf Halde“, erklärt sie. Sollte der reguläre Spielbetrieb also zeitnah aufgenommen werden können, wäre das TdA darauf vorbereitet. Dazu gehört auch das Klassenzimmerstück „Zigeuner-Boxer“, das Lehrkräften zur Verfügung steht, sobald sie es wünschen. Dass diese mit dem Neustart des Schulbetriebs jedoch anderes um die Ohren haben, als sich um Theaterbesuche zu kümmern, sei verständlich, findet Rahlfs.

Nicht alle Stücke werden in der aktuellen Spielzeit aufgeführt werden können. So wurden unter anderem „Eine Woche voller Samstage“, das Science-Fiction-Abenteuer „Futur eins: Leben auf dem Mars“ und „Oleanna“ auf die Spielzeit 2022 verschoben. Komplett ausfallen müssen jedoch „Der Urknall“ und die „Blues Brothers“. „Die Blues Brothers waren ein Stück, wo es echt weh getan hat“, erklärt Rahlfs zur ausfallenden Vorführung. Jedoch habe es dafür keine Möglichkeit mehr gegeben. Jedoch seien die Blues Brothers auch „unkaputtbar“, weshalb sie in den kommenden Jahren vielleicht eine zweite Chance erhalten.

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