Noch eine halbe Million Euro mehr

Theater teurer: Altlasten belasten Stendals Umbau

Das Theater der Altmark in Stendal ist eingerüstet, seit Monaten läuft die Sanierung.
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Es sind nicht zuletzt Brandschutzfragen, die Politik und Verwaltung auf der Baustelle an der Karlstraße umtreiben. Dass es im Stendaler Theater grundsätzlich vorangeht, das belegt die schon erneuerte Fassade.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Dass die Stadt bei der Sanierung des Theaters ein weiteres Mal finanziell nachlegen muss, zeichnet sich ab. Die Arbeiten gehen stärker ins Geld. Schuld sollen Versäumnisse der Vergangenheit gerade beim Brandschutz sein.

Stendal – Die energetische Sanierung des Theaters der Altmark (TdA) entwickelt sich allmählich zu einem Fass ohne Boden. Bei den Arbeiten an der Karlstraße seien weitere Mängel und Defekte zutage getreten, allesamt mehr oder weniger Fehler der Vergangenheit. Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum schätzt die zusätzlichen Ausgaben vorsichtig auf insgesamt etwa eine halbe Million Euro. Im Ausschuss für Stadtentwicklung hörte man die Nachricht am Abend des 23. Juni 2021 durchaus mit Graus. Damit steigen die Gesamtkosten deutlich über die geplanten fünf Millionen Euro.

Entrauchungsanlage, spezielle Decke, Brandschutzwände... Die Liste wird länger. Es handle sich um Mängel, die beim Bau begangen worden seien. Und ja, die Stadt habe keine andere Wahl. „Wenn wir das wissen, müssen wir handeln.“ Unzureichendes einfach zu übersehen, sei natürlich nicht erlaubt und in diesem Fall oft auch noch brandgefährlich. Dem Stadtrat soll so schnell wie möglich ein Papier vorgelegt werden, ein Großteil der zusätzlichen Aufgaben sei eben momentan schlichtweg noch nicht finanziert.

Jürgen Schlafke (SPD/FDP/Ortsteile) stellte die Frage nach Verantwortlichkeit und Regressanspruch. Westrum winkte ab, ein Teil der Verantwortlichen sei bereits verstorben, das Objekt normal abgenommen. Ein Rechtsstreit brauche Zeit. „So lange steht der Bau in diesen Bereichen still.“ Das koste wieder zusätzliches Geld. Die Wiedereröffnung des TdA könnte sich um bis zu eineinhalb Jahre verzögern. „Es ist die Frage, ob wir uns das leisten können.“ Und: „Wir stehen unter enormen Zugzwang. Jeder Tag kostet Geld.“

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