Erzieher-Ausbildung soll bald auch berufsbegleitend angeboten werden

Teilzeit bald auch in Stendal?

+
Im Stendaler Berufsschulzentrum will man künftig auch auf eine Teilzeit-Ausbildung setzen.

Stendal – Der Bedarf an pädagogischen Fachkräften ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Grund dafür ist der Ausbau von Krippenplätzen in ganz Deutschland.

In der Regel werden angehende Erzieher an Fachschulen oder Fachakademien für Sozialpädagogik in Vollzeit ausgebildet. „Allerdings haben sie in den Jahren, in denen sie zur Schule gehen, keine eigenen Einkünfte“, weiß Anke Mösenthin, Koordinatorin Gesundheit und Soziales am Stendaler Berufsschulzentrum.

Die angehenden Pädagogen brauchen daher finanzielle Unterstützung vom Partner, der Familie oder durch das BAföG-Amt. „Viele unserer Schüler sitzen auch nach einem achtstündigen Tag noch an einer Supermarktkasse oder arbeiten anderswo, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, spricht Mösenthin aus Erfahrung. Aus diesem Grund bieten immer mehr Fachschulen berufsbegleitende Teilzeitausbildungen für Erzieher an. Auch das Stendaler Berufsschulzentrum will nun mitziehen.

„Zusätzlich zu unserer dreijährigen Vollzeitausbildung möchten wir auch eine vierjährige berufsbegleitende Erzieherausbildung anbieten“, erklärte die Koordinatorin kürzlich den Mitgliedern des Schul-, Sport- und Kulturausschusses im Landratsamt. Um die neue Organisationsform etablieren zu können, bedarf es am 21. März der Zustimmung des Stendaler Kreistages. Die Ausschussmitglieder für ihren Teil gaben am Mittwoch grünes Licht.

Nach dem neuen Ausbildungsmodell besuchen die angehenden Erzieher die Berufsschule ein bis zwei Tage die Woche. Die restlichen Wochentage über sammeln sie praktische Erfahrung: „Die Schüler sind über einen Träger angestellt“, erklärt Mösenthin, wie bei einer dualen Ausbildung. Damit die Theorie nicht auf der Strecke bleibt, gibt es einmal pro Ausbildungsjahr Blockunterricht.

Der Vorteil liegt auf der Hand: „Die Schüler sind in der Lage während ihrer Ausbildung Geld zu verdienen“, so die Mitarbeiterin der Stendaler Bildungseinrichtung. Weil das Berufsschulzentrum eine staatliche Einrichtung ist, kann die vierjährige Teilzeit-Ausbildung nach Zustimmung der Kreistagsmitglieder kostenfrei angeboten werden.

VON CHARLOTTA SPÖRING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare