Landesweite Prüfung der Fachangestellten für Bäderbetriebe

Tauchen nach der Puppe im Stendaler Altoa

Erik Goepel aus Mecklenburg-Vorpommern verschränkt die Arme der Puppe und steigt dann aus dem Wasser. So soll gewährleistet sein, dass der Gerettete nicht versinkt, bevor er aus dem Wasser gezogen werden kann.
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Erik Goepel aus Mecklenburg-Vorpommern verschränkt die Arme der Puppe und steigt dann aus dem Wasser. So soll gewährleistet sein, dass der Gerettete nicht versinkt, bevor er aus dem Wasser gezogen werden kann.

Stendal – Ein Pfiff und im nächsten Moment platscht es. So beginnt der praktische Teil der landesweiten Abschlussprüfungen für den Ausbildungsberuf „Fachangestellter für Bäderbetriebe“, die am Montag und Dienstag im Altoa, dem Stendaler Freizeitbad, abgehalten wurden.

Sonst finden die Prüfungen zumeist in Halle oder Wittenberg statt, aber wegen Corona dürfen nicht alle Bäder öffnen und in Stendal gebe es passende Bedingungen für die praktischen Tests, erklärt Pit Lun, Referent des Landesverwaltungsamts im Bereich Sport. Nicht nur aus Sachsen-Anhalt, sondern auch aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg reisten die insgesamt 19 Teilnehmer an.

Zu dieser Prüfung gehören verschiedene Schwimm-, Tauch- und Rettungsübungen, die die Auszubildenden beherrschen müssen. Acht praktische Teile umfasst die Abschlussprüfung.

Adrian Glöckner aus Stendal dreht den „Bewusstlosen“ auf die Seite, damit er genug Luft bekommt.

Marcus Schreiber, Geschäftsführer der Altmark-Oase, erklärt, dass die Leiter zwar nicht in diesem Beruf ausgebildet sein müssten – er selbst ist gelernter Kaufmann – jedes Schwimmbad aber Angestellte braucht, die entsprechend geschult sind. Praktisch lernen die Auszubildenden alles, was ein Rettungsschwimmer können muss, aber auch Animation für den Schwimmunterricht. Der theoretische Teil, der in der Berufsschule gelehrt wird, untergliedert sich in Bädertechnik, Wirtschaftslehre und allgemeiner Badebetrieb.

Am Montagmorgen stand unter anderem eine Rettungsübung auf dem Prüfprogramm. Nachdem die Teilnehmer einige theoretische Fragen beantworten mussten, sprangen sie einzeln auf den Ton der Pfeife hin ins Wasser. Sie müssen schnell zur anderen Seite des Beckens gelangen, wo sie eine Übungspuppe aus der Tiefe holen und an Land bringen sollen.

Normalerweise übernimmt ein Prüfer den Job der Puppe, um möglichst situationsnahe Bedingungen zu schaffen, berichtet Lun. Aber wegen Corona ist der Körperkontakt zu vermeiden.

Deshalb wurde der Wiederbelebungstest am Dienstag mit einer Beatmungspuppe durchgeführt. Ebenfalls wegen der Pandemie fiel auch eine Prüfung zum Schwimm-unterricht aus, die sonst mit einer richtigen Schwimmschülerklasse abgehalten wird. VON LISA KRAUSE

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