Tattoo-Künstler dürfen wieder starten / Kunden halten sich noch zurück

Tattoo-Studios in Stendal: „Wir müssen Monate aufholen!“

Die Tattoo-Künstlerin und Inhaberin „Lala“ in ihrem Geschäft.
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Aufgeräumt und auf Hygiene bedacht: Lala erklärt, dass in Tattoo-Studios auch vor Beginn der Pandemie bereits strenge Auflagen herrschten.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Seit fast einer Woche dürfen die Tattoo-Studios wieder öffnen. Optimal läuft es dabei jedoch noch nicht. Die Maßnahmen der neusten Eindämmungsverordnung bedeuten für die Kunden teilweise einen großen Mehraufwand. 

Stendal – Inhaberin „Lala“ bereitet sich in ihrem Tattoostudio auf ihre nächste Kundin vor. Seit Beginn der Woche darf sie wieder arbeiten. Große Freiheiten habe sie dabei jedoch noch nicht. „Wir können immer nur eine Woche im Voraus planen“, stellt sie fest.

Ihre Möglichkeit zu öffnen sei immer von der Inzidenz abhängig. Momentan gingen die Zahlen zwar herunter, aber das könne sich ebenso schnell wieder ändern. Wer dann Termine mehrere Wochen oder gar Monate im Voraus vergeben hat, muss einen Haufen Telefonate führen, um alles wieder abzusagen.

Obwohl sich für die Tattoo-Künstler nur wenig geändert hat, fehlt dennoch die Kundschaft. Und das bereits nach einem ungewöhnlich schlechten Jahr. „Letztes Jahr hatten wir nur gut die Hälfte der Kunden“, berichtet Lala. Für diejenigen, die die Tattoo-Maschine bedienen, bleibt vieles gleich. Masken gehörten schon vorher zur Standardausrüstung, ebenso wie häufiges Desinfizieren ein Teil der Routine ist. Kunden müssen sich jedoch mit vielen Neuerungen umgehen, die sich in der teilweise schwer verständlichen Eindämmungsverordnung finden. „Einfach mal reinkommen und sich beraten geht nicht mehr“, erklärt Lala. Dafür müsse zunächst ein Termin gemacht werden, für Tattoos im Kopfbereich soll zusätzlich ein Negativtest vorgelegt werden. „Das bedeutet für Kunden nicht nur hier her zu kommen, sondern erst noch zur Apotheke, um sich einen Schnelltest zu holen. Das schreckt ab“, sagt die Tätowiererin. Zusätzlich zu der großen Unsicherheit, ob ein Termin überhaupt stattfinden kann, falls die Zahlen wieder in die Höhe schnellen erschwere das Geschäft. Außerdem müssten viele noch mit eingeschränktem Gehalt wegen Kurzarbeit kalkulieren – für viele bedeute das, auch ein gerne gewünschtes Tattoo hinten anzustellen. Für die Tattoo-Studios bedeutet das nichts Gutes. „Es wird erst zum Sommer wieder richtig losgehen“, schätzt die Künstlerin die Lage ein. Dabei müssten mehrere verlorene Monate aufgearbeitet werden.

Geändert hätten sich die Vorlieben bei Tattoos jedoch nicht. Besondere Zeichen für Freiheit seien zumindest nicht angefragt worden. Das Corona-Virus selbst habe sie jedoch bereits einem Kunden gestochen, merkt Lala an. Dazu kam es bereits nach dem ersten Lockdown.

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