Tangermünder Sieger resümiert „Wahlkrimi“

Kontrahent wird Parlamentskollege

  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Tangermünde/Tangerhütte – „Immer schön menschlich bleiben“, hat ein Gratulant aus Tangermünde auf der Facebook-Seite des Stendaler Kreisverbands recht klare Erwartungen an den Direktmandatsgewinner im Wahlkreis 5.

Mit einem Stimmenplus von 1099 hat Thomas Staudt (CDU) seine persönliche Premiere gemeistert, das Ticket für den Magdeburger Landtag zu lösen – und dabei Mitbewerber Ulrich Siegmund (AfD) im Kampf um die Erststimmen besiegt. Für Siegmund kreuzten 6348 (26,6 %) Wähler an.

Seinen Triumph wisse Unternehmer Staudt gerade zum Ende der 20-jährigen Ära des Weißewarter CDU-Landtagsmitglieds Detlef Radke zu schätzen, sagt der 47-Jährige der AZ am Montagnachmittag. Auch sei sein 30-jähriger Kontrahent „kein einfacher Gegner“, der aber auf der östlichen Elbseite des zum Genthiner Wahlbezirk zählenden Gebiets, das auch Tangermünde und Tangerhütte umfasst, weitgehend unbekannt geblieben sei. Genau dort jedoch sei der Vize-Kreisvorsitzende des Stendaler CDU-Verbands aber verstärkt aktiv gewesen – obwohl Coronaregeln Kontakte zu potenziellen Wählern beschränkt hätten. „Endlich geschafft“, freut sich in der Kommentarspalte der CDU-Facebookseite so auch eine jubelnde Ostaltmärkerin mit Staudt, der den Wahlsonntagabend mit seiner Frau auf dem Sofa vorm Fernseher bei Rosamunde Pilcher verbracht habe – unterbrochen von vielen Telefonaten, „es war ja ein ziemlicher Wahlkrimi“.

Als „merkwürdige Situation“ bewertet Ulrich Siegmund auf AZ-Anfrage sein Erststimmen-Resultat. Dass zugunsten der CDU votiert wurde, sei „nicht Politik, sondern Taktik“, findet er. In seiner Heimatstadt Tangermünde 33 Prozent geholt zu haben, mache ihn „sehr stolz und dankbar“. Er habe sich nicht fünf Jahre lang im Büro versteckt, sondern sich um die ganze Region gekümmert, sieht der 30-Jährige seiner zweiten Legislatur im Magdeburger Parlament nach Einzug über die Landesliste zuversichtlich entgegen. „Ich habe nie den Bezug zu den Menschen in den Dörfern und Städten verloren“, betont Siegmund. „Wir haben jetzt die glückliche Situation, dass vier Abgeordnete der Ostaltmark im Landtag sitzen“, findet der AfD-Politiker Gefallen an neuen Kollegen aus der Region im höchsten Haus des Landes. tje / sth

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