Landessportbund gibt sich zurückhaltend / Hat Bürgermeister einen Plan B?

Dem Swingolf-Projekt fehlt der entscheidende Schwung

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Nico Schulz (r.) greift für seine Pläne schon einmal demonstrativ zum Schläger. Nahe der Sportschule in Osterburg soll eine Swingolfanlage entstehen. Die Idee ist mindestens zwei Jahre alt.

Osterburg/Halle. Mit seinen Plänen für eine Swingolfanlage in Osterburg rennt Nico Schulz (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde, beim Landessportbund (LSB) in Halle nicht gerade offene Türen ein. „Wir können kein Risiko eingehen.

Es muss ja alles betriebswirtschaftlich laufen. Einfach so nebenbei mitmachen, das geht nicht“, sagt LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Lutz Bengsch der AZ. Das Projekt sei für seinen Dachverband noch nicht vom Tisch, beteuert er. Die Landessportschule des LSB soll die Anlage zumindest betreiben, so wünscht es sich jedenfalls Bürgermeister Schulz.

Stefanie Lück, die seit Jahresbeginn die Sportschule leitet, tritt im Gespräch mit der AZ auf die Euphoriebremse: „Wir können verstehen, wenn der Bürgermeister ungeduldig wird, doch es muss eben alles bedacht sein.“ Die Personaldecke ihrer Einrichtung sei nicht für zusätzliche Aufgaben ausgelegt. „Derzeit könnten wir das nicht stemmen, das sage ich ganz klar und deutlich.“ Die LSB-Führungsriege müsse die Voraussetzungen genau prüfen und werde dann eine Entscheidung treffen. Als Investor oder Bauherr käme der Sportbund eh nicht infrage.

Bürgermeister Schulz glaubt weiter an sein Projekt, das für Osterburg und Umgebung ein weiteres Freizeitangebot sein soll und der Gegend zusätzliche Touristen bescheren möge. Swingolf ist eine vereinfachte Variante dieser Ballsportart. Die Kommune kann eine positive Machbarkeitsstudie vorweisen, hat eine Swingolf-Unternehmung auf ihrer Seite und weiß sich im Kontext mit einem Tourismuskonzept für die Altmark. Ob die Stadt bei einem Nein des LSB selbst aktiver werden könnte, lässt Schulz im AZ-Gespräch offen.

Von Marco Hertzfeld

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