„Suchen ganz dringend Mitarbeiter“

Klietz: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellen DRK vor personelle Probleme

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Auf dem Klietzer Kasernengelände sind auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Mitarbeiter der „Anne Frank“-Häuser des DRK kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen, benötigen jedoch dringend mehr Personal.

Stendal / Klietz. „Man muss sich vorstellen, dass das Kinder und Jugendliche sind, die ohne Eltern alleine in einem fremden Land unterwegs sind“, beschreibt Jörn Stephan, Sprecher des Kreisverbandes „Östliche Altmark“ des Deutschen Roten Kreuzes, die Notlage der so genannten UMF.

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Die Abkürzung steht für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, für die das DRK momentan händeringend Betreuungspersonal sucht. Aktuell würden sich Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhäuser „Anne Frank“ um die jungen Flüchtlinge kümmern, die auf dem Klietzer Kasernengelände untergebracht sind. „Wir suchen ganz dringend Erzieher, Sozialpädagogen, Kindheitswissenschaftler sowie hauswirtschaftliche Hilfskräfte für die Arbeit mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen“, hofft Stephan die Lage schnell in den Griff zu bekommen. Die Kinder und Jugendlichen, die ohne Begleitung angekommen sind, werden in einem separaten Haus auf dem Gelände der „Kaserne am See“ versorgt.

„Wir brauchen auch Dolmetscher für Arabisch. Viele der Erwachsenen sprechen zwar Englisch, aber der Großteil der Flüchtlinge kommt aus Syrien oder Afghanistan. Und die Syrer sprechen fast ausschließlich Arabisch“, so Jörn Stephan im AZ-Gespräch. Die räumlichen Kapazitäten auf dem Klietzer Bundeswehrgelände seien ausreichend vorhanden. „Wer helfen will und eingestellt wird, wird natürlich auch bezahlt. Das ist keine ehrenamtliche Tätigkeit“, so der DRK-Sprecher.

Laut einer Pressemitteilung des Landkreises befindet sich die Thematik der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Vorbereitung. Derzeit würden durch den Landkreis sechs junge Asylsuchende versorgt. Mit freien Trägern seien bereits Gespräche geführt worden, um zu sichern, dass im kommenden Jahr 20 bis 30 Plätze eingerichtet werden können. Denn aufgrund einer geänderten Regelung des Bundes ist laut der Vorlage des Landrates damit zu rechnen, dass auch diese Flüchtlings-Gruppe künftig dem Landkreis zugewiesen wird.

Der Landkreis nahm zu einer AZ-Anfrage, ob weitere unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge nun auf „Anne Frank“-Häuser des DRK im Landkreis verteilt werden sollen, vorerst keine Stellung. Pressesprecherin Angela Vogel teilte mit, dass sich Landrat Carsten Wulfänger am Montag, 28. September, in einer Pressekonferenz zu dieser Thematik äußern wird.

Wer das DRK unterstützen möchte und zudem aus dem Raum Havelberg kommt, wende sich an Elona Streicher unter (039322) 23 39. Wer täglich vier Stunden bei der Essens- und Kleiderausgabe unterstützen möchte, wende sich an Sabine Moll unter (03931) 64 650.

Von Mike Höpfner

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