Von Woche zu Woche

Mit Sturm und Drang ins Theater

Ferdinand liebt Luise. Und Luise liebt Ferdinand. Doch der ist Sohn des einflussreichen Präsidenten des Fürstentums. Sein Vater hat mit ihm ganz andere Pläne.

Er will Ferdinand mit der noch einflussreicheren Lady Milford verheiraten. Denn wer die Nähe der Lady genießt, genießt auch die Nähe des Fürsten. Als sich Ferdinand jedoch weigert, droht die Situation zu eskalieren – und Luise gerät deshalb in den Mittelpunkt des Interesses aller am Intrigenspiel Beteiligten … Sie wollen wissen, wie die Geschichte weitergeht? Dann wäre das doch die ideale Gelegenheit, mal wieder ins Theater der Altmark (TdA) zu schauen. Denn dort wird am Sonnabend die neue Spielzeit mit Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“, einem typischen Beispiel der Sturm-und-Drang-Epoche, eröffnet. Die Theaterfreunde dürfen sich angesichts von 17 geplanten Produktionen in der Spielzeit 2012/2013 auf die Zukunft freuen – und auch auf das Ensemble, dem unter der Leitung des neuen Intendanten Alexander Netschajew elf Schauspielerinnen und Schauspieler angehören. Das Theater hat also seine Hausaufgaben gemacht, warten die Verantwortlichen nur noch auf die Besucher. Und die sollten dafür sorgen, dass so oft wie möglich das „Ausverkauft“-Schild am Kassenhäuschen hängt. Denn das TdA stellt eine echte Sahneschnitte im kulturellen Leben der gesamten Altmark dar. Deshalb kann Stendal sehr froh sein, diese Spielstätte, die der Hansestadt viel Renommee verschafft, zu haben. Natürlich kostet das Theater auch Geld. 990 000 Euro. Das ist die Summe, mit der die Kommune jährlich das Theater finanziert. Angesichts solcher Größenordnungen stellt sich immer wieder die berechtigte Frage: Wie viel Theater wollen wir uns leisten? Aber was, bitteschön, kann denn die Alternative sein? Nach Magdeburg, Berlin, Braunschweig oder Hannover zu fahren? Ganz sicher nicht. Deshalb sind auch neue Ideen zur Finanzierung des TdA gefragt, neue, weitere Sponsoren müssen gewonnen werden. Doch auch der Intendant steht in der Pflicht und ist gefordert, das ihm zur Verfügung gestellte Budget einzuhalten. Denn im Theater gilt wie im echten Leben: Mann kann nur Geld ausgeben, das vorhanden ist. Sonst gibt’s Theater. Ohne Kabale und ohne Liebe.

Von Arno Zähringer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare