Brandschutzchef mahnt zu Respekt

Stendals Feuerwehr bindet Ölspur - nachts und ohne Störer

Die Stendaler Feuerwehr bindet eine Ölspur in der Nacht auf dem Parkplatz Brüderstraße in Stendal
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Der Parkplatz Brüderstraße nahe dem Rathaus gegen 21 Uhr. Die Feuerwehr hat die Ölspur dort gebunden. Die behandelte Fläche zieht sich entsprechend der Ölspur wie ein Schlauch quer über das Gelände.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Eine Ölspur kilometerlang fordert die Stendaler Feuerwehr mitten in der Nacht. Am Tage wären die Einsatzkräfte womöglich bei ihrer Arbeit behindert worden, kann Feuerwehrchef Martin Jurga nicht ausschließen.

Stendal – Eine derart lange Ölspur dürften selbst erfahrene Kameraden nicht allzu oft beseitigen müssen. Zudem verlief diese auch noch recht prominent durch weite Teile der Altstadt. Und: Der Einsatz fand ausgerechnet am Sonntag (12. September 2021) und auch noch mitten in der Nacht statt. Bis kurz vor 24 Uhr hatten die Floriansjünger im Zentrum zu tun. Wäre die Feuerwehr irgendwann unter der Woche und am Tage bei der ehrenamtlichen Arbeit gewesen, hätte es sicherlich den einen oder anderen Nörgler und Drängler unter ausgebremsten Kraftfahrern gegeben. Stendals Stadtwehrleiter Martin Jurga nutzt die Gelegenheit und fordert über die AZ auf, doch bitte die gute Kinderstube nicht zu vergessen. Immer noch träten Zeitgenossen „den Einsatzkräften respektlos und uneinsichtig gegenüber“.

Brandschutzchef: Respekt fehlt

Die Ölspur vom Sonntag zog sich auf etwa 2,3 Kilometer dahin. Wer genau hinschaut, kann sie an einigen Stellen noch ausmachen. „Es waren die Straßen Westwall, Am Pulverturm, Am Dom, Hallstraße, Karlstraße, Rathenower Straße, Ostwall, Bruchstraße, Breite Straße, Kornmarkt, Markt, Brüderstraße und der Parkplatz Brüderstraße betroffen“, zählt Gina Wanda Malchin im Pressebüro der Stadt auf Nachfrage auf. Und: „Der Verursacher der Ölspur ist bekannt. In der Regel handelt es sich bei Ölspuren um Kfz-Haftpflichtschäden.“ Inwieweit trotz des Einsatzes der Feuerwehr noch irgendwelche Spuren länger auf Pflaster und Asphalt bleiben, wird sich zeigen. Angerückt war die Feuerwehr gegen 20.30 Uhr. Offiziell beendet gewesen ist alles um 23.50 Uhr.

Neues Fahrzeug soll Einsatzstelle sichern helfen

Mehr als drei Stunden am Stück brachten die Feuerwehrleute für eine Ölspur auf der Straße zu. Am nächsten Morgen dürfte der Wecker zum Job deshalb nicht unbedingt später geklingelt haben. Aus dem Rathaus heißt es weiter: „Die Gefahrenabwehr wurde von der Feuerwehr durch Aufbringen von festem sowie flüssigem Bindemittel gewährleistet. Diese Ölbindemittel wurden im Anschluss maschinell bereinigt.“ Die akute Gefahr sei zügig beseitigt worden. Wer es nicht weiß: Ölspuren müssen beseitigt werden, da sie zum einen eine Gefahr für die Umwelt darstellen, die durch einsickerndes Öl entsteht. Zum anderen sind Ölspuren auch für den Verkehr gefährlich, da eine erhebliche Rutschgefahr entstehen kann. Zudem können manche Öle die Straße selbst schädigen.

Die Ortsfeuerwehr Stendal war mit vier Fahrzeugen zur Stelle, dazu Brandschutzkollegen aus Insel mit einem. Zur Reinigung der Strecke wurde ein Fachbetrieb hinzugezogen. Ein neuer Gerätewagen Umweltschutz könnte bekanntlich „Einfluss auf das Verhalten der Bürger“ haben. Noch dieses Jahr soll er ausgeliefert sein. „Bei der Planung des Fahrzeuges wurde eine hohe Priorität auf die Einsatzstellensicherung und Erkennung im Straßenverkehr gelegt“, erläutert Stadtwehrleiter Jurga. Und wie gesagt: Auch wenn es bei diesem jüngsten Einsatz anders gewesen sei, lasse das Verhalten von Fahrzeugführern gar nicht so selten zu wünschen übrig. Absperrungen würden durchfahren, Einsatzkräfte maßlos in Gefahr gebracht. „Ich appelliere hiermit nochmals an die Vernunft unserer motorisierten Bürger.“

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