Sorgen über Krankheiten unberechtigt

Strenge Checks für Asyl-Kinder

Goldbeck/Stendal. Er wolle nicht falsch verstanden werden, ist „pro Integration“. Aber das Thema müsse man „auf dem Schirm“ haben. Denn „Asylanten schleppen viele Krankheiten“ ein. Mike Bardehle betont, nicht falsch verstanden werden zu wollen.

Es gehe ihm um die Gesundheit in dem Hort. Als Mitarbeiter im medizinischen Außendienst habe er mitbekommen, dass es besonders in Bayern vermehrt Fälle gegeben habe, in denen Kinder aus Syrien oder Osteuropa Krankheiten eingeschleppt hätten. Die Tuberkuloserate sei dort gestiegen.

Sind die Sorgen des Gemeinderatsmitgliedes berechtigt? Ein klares „Nein“ kommt auf Nachfrage der AZ aus dem Gesundheitsamt des Landkreises Stendal. Ein weiteres „Nein“ gibt es auf die Frage, ob es Fälle gegeben hat, die die Thesen belegen. Hauptamtsleiter Ronny Gabel konnte während der Sitzung bereits aufklären und legte vor, was der Landkreis Stendal noch einmal wie folgt bestätigte: „Bevor Kinder in einer Tageseinrichtung aufgenommen werden, ist eine Bestätigung eines Arztes erforderlich, dass das Kind frei von ansteckenden Krankheiten ist.“ Der Arzt stelle die „gesundheitliche Eignung“ fest.

Von amtsärztlicher Seite heißt es weiter, dass die Kindertagesstätten der ständigen Kontrolle des Gesundheitsamtes auf Einhaltung der Hygienerichtlinien obliegen. Im Bereich Goldbeck beispielsweise gab es zuletzt eine Hygienebegehung in der Kita „Regenbogenland“ am 5. November 2013. Die nächste Hygienebegehung sei für 2016 geplant, ein üblicher Kontrollkorridor.

Zur Frage der Tuberkulose: „Alle Asylbewerber werden in der Asylbewerberverteilerstelle in Halberstadt auf mögliche Infektionserkrankungen untersucht. Grundsätzlich konnte eine Häufung von Tbc-Erkrankungen bei Asylbewerbern nicht beobachtet werden.“ Alle Asylbewerber ab 15 würden geröntgt. Bei Auffälligkeiten bei Eltern bekämen die Kinder einen y-Interferron-Test – ein Tuberkulosetest. Zur Abklärung bei auffälligen Röntgenbefunden gäbe es eine Einweisung in die Lungenklinik. Erst danach würden Kinder in die Gemeinschaftsunterkunft oder in eigenen Wohnungen untergebracht werden.

Die Tuberkuloseerkrankungen im Landkreis Stendal sind seit 2009 auf konstant niedrigem Niveau – zwischen sieben und elf Erkrankungen waren es laut Gesundheitsamt pro Jahr. „Asylbewerber waren davon bislang kaum betroffen, lediglich je ein Asylbewerber war 2009 und 2012 an TBC erkrankt.“ Zudem hatten in den vergangenen drei Jahren Asylbewerber im Landkreis Stendal keine Tbc-Erkrankung. Auch andere Krankheiten sind bei Asylbewerbern nicht häufiger als bei anderen Kindern im Landkreis Stendal.

Ob überhaupt Kinder im Kita-Alter von Asylbewerbern nach Goldbeck kommen, ist derzeit unwahrscheinlich. Nach Auskunft des Landkreises ist geplant, sie nach Möglichkeit in Stendal unterzubringen, damit sie in ihrem jungen Alter nicht hin- und hergefahren werden müssen.

Von Alexander Postolache

Rubriklistenbild: © dpa

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