Nach handfestem Streit die Nase gebrochen

Streit um Ehre eskaliert

Khaled S. mit seinem Verteidiger. Der Angeklagte machte seine Aussagen auf Arabisch, weshalb gedolmetscht werden musste.

nt Stendal. Mohammed N. fährt mit seinen Kollegen Khaled S. und Khaled M. nach der Arbeit zurück nach Stendal. Auf der B188 kommt es zum Streit im Auto, wohl auch schon zu ersten Faustschlägen. Und vielleicht hat der Beifahrer dem Fahrer auch ins Steuer gegriffen.

Der steigt aus, um die Polizei zu rufen. Daraufhin steigt auch der Beifahrer aus, schlägt dem Fahrer das Handy aus der Hand und tritt auf ihn ein. Der Fahrer erleidet einen Nasenbeinbruch, eine Schädelprellung, eine Platzwunde am Auge, einen Riss an der Oberlippe und einige Hämatome.

Hat sich der Sachverhalt am 18. Juni 2013 wirklich so an Stendals Stadtrand zugetragen? Das Amtsgericht hat sich mit dem Fall bereits befasst und den Angeklagten Khaled S. zu 80 Tagessätzen á zehn Euro verurteilt. Weil sich der Sachverhalt aber so nicht zugetragen haben soll, ging die Verteidigung in Berufung, sodass der Fall seit Donnerstag neu vor dem Landgericht aufgerollt wird. Der Richter glaubt nicht, dass sich die Anschuldigung bezüglich des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr klären lassen wird. Er schlug vor, das Verfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei einer Zahlung von 1200 Euro Schmerzensgeld einzustellen.

Der Streit im Auto war entbrannt, so sagte der Beifahrer aus, weil der Fahrer ihn mit Aussagen zu seinen Lebensverhältnissen (keine Frau, keine Kinder, immer noch Asylbewerber) getroffen habe. Er werde keine Frau heiraten, nur um dadurch Bleiberecht und Geld zu erhalten, habe er erwidert. Das habe der Fahrer persönlich genommen und die Sache eskalierte.

Das Gericht hörte einen Zeugen, der vom ausgestiegenen Fahrer angehalten worden war. Z. sagte aus, dass der aufgeregte und blutende Fahrer gesagt hätte, dass er Hilfe braucht. Darauf habe er, Z., die Polizei gerufen. Noch währenddessen habe der Beifahrer weiter auf den Fahrer eingeschlagen und getreten.

Der Prozess geht weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare