Nach tragischem Unfall: Stadt beauftragt Ingenieurbüro mit Verkehrskonzept

Straßenführung rund um Stendaler Marktplatz noch unklar

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Hardy Güssau (Ratsfraktion CDU/Landgemeinden) hatte in einem der Ausschüsse der Hansestadt Stendal angeregt, auch Radfahrer in das Verkehrskonzept einzubinden. Denn gerade die Ecke Breite Straße/Kornmarkt führe häufig „zu Irritationen“.

Stendal. Auch mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Unfall an der Ramelow-Kreuzung gibt es vonseiten der Stadt noch keine Entscheidung darüber, wie die Verkehrsführung rund um den Stendaler Marktplatz in Zukunft geregelt sein soll.

Nach Angaben von Stadtsprecher Philipp Krüger wurde ein Magdeburger Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines integrierten Verkehrskonzeptes „Stendal-Altstadt“ beauftragt. Hierbei wurden unter anderem Verkehrszählungen an verschiedenen Orten vorgenommen. Ob es jedoch Änderungen in der Straßenführung in diesem Bereich oder andere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit geben wird, „ist derzeit noch nicht absehbar“, teilt Philipp Krüger auf AZ-Anfrage mit.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres war ein entsprechender Antrag zur Änderung der Verkehrsführung in der nördlichen Breiten Straße in den Stadtrat. Konkret beinhaltete der Antrag, dass die nördliche Breite Straße ab der Einmündung Bruchstraße bis hin zur Rohrstraße zur Einbahnstraße wird. Helga Zimmermann (Die Linke) verlangte damals eine ordnungsgemäße Überprüfung der Verkehrssituation. Schließlich wurde der Antrag zurück in die Ausschüsse verwiesen.

Für eine ganze Weile war das Thema dann vom Tisch. Bis die Fraktion Die Linke-Bündnis 90/Die Grünen im Stadtentwicklungsausschuss im Juni diesen Jahres die Diskussion wieder in Gang brachte. Stadträtin Katrin Kunert forderte: „Die Fahrtrichtung um die Marienkirche herum muss geändert werden.“ Hardy Güssau (Fraktion CDU/Landgemeinden) hatte zudem angeregt, die Verkehrsführung auch in Bezug auf den Radverkehr zu überprüfen, da es insbesondere an der Ecke Breite Straße/Kornmarkt häufig „zu Irritationen“ komme. Nun bleibt abzuwarten, welches Konzept in Stendal für den höchsten Grad an Sicherheit sorgt.

Am 2. Juni 2017 wurde in der Tempo-20-Zone vor dem Kaufhaus Ramelow eine 81-jährige Frau von einem Transporter erfasst, als sie die Bruchstraße überqueren wollte. Die Frau starb noch an der Unfallstelle.

Von Charlotta Spöring

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