Antisemitismus im Blick

Stolpersteine in Stendal beschmiert

Zwei Stolpersteine an der Hallstraße in Stendal sind beschmiert
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Die beiden Erinnerungstafeln auf dem Weg nahe dem Stendaler Rathaus sind bekritzelt worden.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Zwei der sechs Stolpersteine in Stendal sind beschmiert worden.

Stendal – Die zwei Stolpersteine vor der Hallstraße 4 sind beschmiert worden. Vermutlich mit einem Filzstift oder Ähnlichem wurden Namen und Lebensdaten übermalt. Tafeln wie diese gedenken bundesweit der Menschen, die in der Nazizeit ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. In Stendal liegen sechs Stolpersteine, jene vor der Hallstraße 4 erinnern seit 2006 an zwei jüdische Bürger, an Auguste und Richard Cohn. Pikant: Republikweit wird dieser Tage auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurückgeblickt. Damit verbunden ist der Appell, Antisemitismus zu bekämpfen.

Egal, ob gezielte politische Aktion und Provokation oder Dummejungenstreich, vonseiten der Stadt kommt eine klare Botschaft. Auf die Frage der AZ, wie der Vorfall einzuordnen sei, heißt es aus dem Büro des Stendaler Oberbürgermeisters: „Äußerst negativ, wir sind entsetzt.“ Die metallenen Tafeln wurden gestern umgehend gesäubert. „Da die Farbe rückstandsfrei entfernt werden konnte und ein solcher Vorfall bislang noch nicht weiter verzeichnet wurde, besteht derzeit keine Absicht, den Vorfall zur Anzeige zu bringen.“ Und weiter: „Gleichwohl werden wir nun einmal öfter genauer hinschauen.“

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