Stadt schließt weitere Anlagen nicht aus / Benimm-Regeln im Blick

Stendals Wasserspiel schlägt Wellen

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Ein Magnet ist das Wasserspiel auf dem Marktplatz von Anfang an. Dass die Anlage schon fast zur Badeanstalt avanciere, darüber wird immer wieder einmal diskutiert.

Stendal – Dass ein Wasserspiel wie auf dem Marktplatz auch anderswo in der Stadt entsteht, will Armin Fischbach für die Zukunft nicht ausschließen. Momentan sei ein solches Projekt nicht geplant.

Die fast genau vor zwei Jahren eingeweihte Anlage vor dem Rathaus ist ein Magnet, nicht nur bei hochsommerlichen Temperaturen.

Einen regelrechten Ansturm, der womöglich irgendwie begrenzt werden müsste, sieht der Stadtsprecher nicht. Dass Eltern ihre Kleinkinder dort pullern lassen und Hunde ihr Geschäft erledigen, wie eine Stendalerin der AZ empört berichtet, sei der Stadtverwaltung weder bekannt noch angezeigt worden.

Ein erster Testlauf vor zwei Jahren. Der Anstoß für das Projekt kam von Händlern und Bürgern.

Betreut werden die Fontänen durch die Hausmeister des Amtes für technische Dienste, 2018 wurde eine zusätzliche Stelle geschaffen. Ein Aufgabenfeld: „Das Wasserspiel wird täglich einer Sichtkontrolle unterzogen und bei Notwendigkeit außen gereinigt.“ In den Monaten April, Mai, September und Oktober schauen in der Regel einmal wöchentlich zwei Hausmeister im Technik-raum nach dem Rechten. In der Hochphase von Juni bis August erfolgen diese Arbeiten laut Fischbach sogar zweimal in der Woche. Bei Bedarf wird das Wasser gewechselt. Unterm Strich kommen etwa 250 Arbeitsstunden pro Jahr zusammen.

Die Notdurft auf öffentlichen Straßen und Anlagen zu entrichten, ist verboten. So steht es seit Kurzem verschärft in der entsprechenden Satzung. Vorher war darin nur von Urinieren die Rede. Und: Wer Tiere hält oder führt, muss verhindern, dass diese Straßen und Anlagen verunreinigen, Kot muss unverzüglich entfernt werden. Tabu sei auch das Waschen von Fahrzeugen, weiß der Stadtsprecher. Im Klartext: Spielregeln wie diese gelten auch zwischen den Fontänen. Wer mindestens 14 Jahre alt ist, kann für Ordnungswidrigkeiten belangt werden und muss mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 5000 Euro rechnen.

Das Wasserspiel entstand im Zuge der Marktplatzsanierung und hat mit allem Drum und Dran circa 205 000 Euro gekostet. Der Unterhalt ist nicht unerheblich: In- und Außerbetriebnahme durch eine Fachfirma kosten 3100 Euro. Für Wasser und Strom bezahlt die Stadt 2100 Euro, für Chemie und Kleinmaterial 1200 Euro.

Die Personalkosten liegen bei 11 200 Euro, unterm Strich sind das knapp 18 000 Euro jährlich. Die Fontänen sollen Einheimische und Touristen begeistern. „Das Wasserspiel steht allen Bürgern zur Verfügung und wir freuen uns über die positive Resonanz“, betont Fischbach. Beschwerden hätten die Verwaltung bislang nicht erreicht.

Die Fontänen schossen dieses Jahr am 9. April das erste Mal in die Höhe, die Saison schließt abhängig von der Witterung voraussichtlich Ende Oktober. Bis dahin ist das Wasserspiel montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 20 Uhr, mittwochs wegen des Wochenmarkts nur zwischen 17 und 20 Uhr sowie sonnabends und sonntags sogar von 9 bis 22 Uhr in Betrieb. Und noch einmal: Hausmeister haben ein Auge auf die Anlage vor dem Rathaus, neben ihren anderen Aufgaben unter anderem im Jugend-Freizeit-Zentrum Mitte und im Mad-Club.

VON MARCO HERTZFELD 

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