Stadtrat einigt sich / 900 000 Euro zusätzlich

Stendals Theater bekommt Frischekur: „Kredit sollte kein Tabuthema sein“

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Trotz Zusatzkosten für die Kommune gibt der Stadtrat sein Okay zur Theater-Sanierung.

Stendal – Die energetische Sanierung des Theaters der Altmark wird stattfinden – ungeachtet abgelehnter Fördermittel und damit einhergehender Mehrkosten von rund 900 000 Euro für die Kommune. Am Montag hat sich der Stadtrat mehrheitlich für das Projekt ausgesprochen.

Durch eingesparte Personalkosten könne der hohe sechsstellige Betrag abgefangen werden, erklärt Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) den Stadträten und Gästen während der Sitzung.

Für das Jahr 2019 habe die Verwaltung 30 zusätzliche Stellen beantragt. Jedoch seien diese zunächst nicht bewilligt worden. Erst nach einer längeren Diskussion wäre Mitte des Jahres das Okay gekommen. „Wir sind jetzt erst dabei, die Besetzungen vorzunehmen“, berichtet der Christdemokrat, dass sich der Vorgang noch bis Jahresende hinziehen wird. „Und bei 30 Stellen kann man sich schnell ausrechnen, welche Kosten da zustande kommen.“ Auf die Kommune kommt nun eine Summe von etwa 1,7 Millionen Euro zu. Weitere 2,8 Millionen Euro werden vom Programm Stark III sowie Mittel aus dem EFRE-Topf (energetische Sanierung öffentlicher Gebäude) übernommen.

Nichtsdestotrotz mahnt Katrin Kunert (Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen), dass auch die Aufnahme eines Kredits im Zweifelsfall kein Tabuthema sein sollte. „Bei den Zinssätzen sollte festgestellt werden, ob eine Kreditaufnahme möglich ist“, merkt Kunert an diesen Abend an.

Die Kosten nun doch selbst zu stemmen oder bei der Sanierung vorerst kürzerzutreten, hat bei so manchem alten wie neuen Stadtrat für Diskussionsbedarf gesucht. Auch Schmotz selbst muss einräumen, nach Ablehnung der Fördermittel vorerst überlegt zu haben, Abstand zum Projekt zu nehmen.

Doch schlussendlich werden die Kosten nicht weniger, ist sich so manches Ratsmitglied sicher. Eine klare Ablehnung des Antrags spricht Arno Bausemer (AfD) aus. „Die Baukosten werden möglichst niedrig angesetzt, die Förderhöhe möglichst hoch und dann fällt man aus allen Wolken, wenn es nachher nicht hinhaut“, kritisiert der Fraktionschef dem einen Riegel vorschieben zu wollen, betont jedoch mit diesem Schritt keinesfalls das Theater an sich infrage zu stellen.

VON LAURA KÜHN

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