Sperlingsberg neu nach Landesfest 2022

Altes Pflaster ausreichend für Stendals Gäste

Dem Sperlingsberg in Stendal fehlen Pflastersteine.
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Steine fehlen an mehreren Stellen des Platzes, einige sind notdürftig verfüllt, andere offen. Auch erscheint das Areal in der Stendaler Altstadt da und dort recht wellig.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Der Sperlingsberg wird erst nach dem Sachsen-Anhalt-Tag 2022 saniert. Das hat ein Stendaler Stadtsprecher bekräftigt. Dem markanten Brunnen, der Sperlingsida, gehe es hingegen gut. Der graue Schleicher sei normal.

Stendal – Auch wenn der Sperlingsberg schon seit geraumer Zeit einige Schwachstellen aufweist, rücken Bauarbeiter nicht vor dem Landesfest an. „Die Sanierung ist erst nach dem Sachsen-Anhalt-Tag 2022 eingeplant“, bekräftigt Rathaussprecher Armin Fischbach. „Baumaßnahmen haben die Eigenheit, dass sie sich aus den unterschiedlichsten Gründen in die Länge ziehen können und wir wollen keine Baustelle im Herzen des Festgeländes riskieren.“ Die Großveranstaltung in der altmärkischen Kreisstadt findet vom 1. bis 3. Juli nächsten Jahres statt. Eine umfassende Frischekur für den Platz mit dem attraktiven Brunnen, der Sperlingsida, steht schon seit längerer Zeit auf der stadtpolitischen Agenda.

Der Sperlingsberg in Stendal ist reich an Historie.

Die Weichen sind bereits gestellt. Für die Maßnahme stehen circa 860.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Dass noch weiter gewartet werde, habe also nicht unbedingt etwas mit der Finanzierung zu tun. Der Platz dürfte im Festsommer ziemlich strapaziert werden, womöglich wollen Politik und Verwaltung auch nicht zweimal in die Kasse greifen müssen. Darauf geht Fischbach nicht ein. Die Stadt hat die Anwohner im Blick, nach einer Vielzahl kommunaler Baumaßnahmen wolle man ihnen auch nicht direkt das nächste Projekt zumuten. Die Arbeiten an der Rathenower Straße sind noch nicht allzu lange her, jene am Schadewachten und die am Theater an der Karlstraße laufen aktuell sogar noch.

Stadt reserviert gut 860.000 Euro für den Platz

„Die Brunnenanlage ist ein prägendes Element in diesem für Stendal bedeutenden historischen Stadtraum.“ Der Platz werde in der Tat zum „Kerngebiet des Festgeländes“ gehören, „wo auch der Festumzug voraussichtlich vorbeiführen“ werde. Der Rathaussprecher auf Nachfrage der AZ weiter: „Vorstellbar wäre eine größere Bühne, analog zum Rolandfest oder vielleicht eine Themenecke mit verschiedenen Ständen.“ Stendal rechnet mit einer Viertelmillion Besucher und mehr. Die Vorbereitungen laufen auch in der Coronazeit weiter, über einen Plan B reden die Verantwortlichen nicht, zumindest nicht öffentlich. Das Rolandfest 2021 steht vor der offiziellen Absage.

Von Wind und Wetter sowie Vogeldreck ist die Sperlingsida in Stendal gezeichnet. Die Stadt spricht von Patina.

Herzstück des Platzes ist der Brunnen. Die Anlage wurde laut Stadtsprecher erst vor wenigen Monaten in der zweiten Jahreshälfte 2020 von der Fachfirma untersucht, welche auch schon einmal Sanierungsarbeiten dort erledigte. „Im Ergebnis wurden keine grundsätzlichen Mängel festgestellt. Da wir hier auf die Expertise der Fachleute vertrauen, besteht aus unserer Sicht auch kein akuter Handlungsbedarf.“ Der Laufbrunnen aus Sandstein ist mehr als 100 Jahre alt. Über dem Becken steht eine Frauengestalt, im Volksmund Sperlingsida genannt, die hungernde Vögel füttert. Das Symbol der Wohltätigkeit erinnert an einen Ehrenbürger, den Sanitätsrat Dr. Friedrich Haacke.

Immer wieder wundern sich gerade Besucher der Stadt über einen recht unschönen Schleier auf dem Stein. „Der graue Schleier ist eine Art Patina. Diese ist für den Stein nicht schädlich“, ist Fischbach überzeugt. „Die kupferne Freiheitsstatue in New York war ja auch nicht von Anfang an grün.“ Und weiter: „Die Entkalkungsanlage des Brunnens ist in Ordnung und der pH-Wert des Brunnenwassers entspricht den Anforderungen. Unabhängig davon wird die Anlage nebst den technischen Gerätschaften kontinuierlich gewartet.“ Zuletzt grundhaft saniert wurde die Stendaler Sperlingsida 2002, also vor fast zwei Jahrzehnten. Die Ausgaben damals: annähernd 90.000 Euro. „Das Einzige, was erneuerungsbedürftig wäre, ist die automatische Wasserstandsausgleichsanlage. Die Kosten dafür bewegen sich unter 1000 Euro.“

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