Keine neuen Infektionen

Stendals Landrat Patrick Puhlmann: „Aus Lockerung darf nicht Leichtsinn werden“

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Landrat Patrick Puhlmann (SPD) stand bei der Corona-Konferenz am Dienstag Rede und Antwort.

Stendal – „Alle Welt spricht von Lockerungen“, erklärt Landrat Patrick Puhlmann (SPD) am Dienstag zu Beginn der Corona-Pressekonferenz im Landratsamt. Auch die Zahlen im Landkreis sprächen dafür. In den vergangenen zwei Wochen gab es keine Neuinfektionen.

Das sei zwar keine Garantie, dass es nicht zu einem weiteren Ausbruch kommen könne, aber sei eine gute Nachricht. „Aus Lockerung darf nicht Leichtsinn werden“, mahnt Puhlmann jedoch an.

Deshalb sei weiterhin Vorsicht geboten. Bei allen Lockerungsbestrebungen müsse es weiterhin möglich bleiben, wieder Einschränkungen vorzunehmen, wenn das Infektionsgeschehen dies nötig mache. Deshalb müssten die bestehenden Regeln, wie beispielsweise in der Gastronomie, die nach Antrag bereits am Montag öffnen konnte, eingehalten werden. Dazu gehört es auch, sich bei einem Besuch in eine Liste einzutragen.

Um ihre Daten müssten sich Restaurantbesucher dabei jedoch keine Sorgen machen, wie der Landrat zusichert. Diese würden nur dann an den Landkreis weitergeleitet werden, wenn ein Fall bekannt werde, um die Infektionskette zu unterbrechen. Die bisherige gute Kontaktpersonenermittlung sei auch einer der Gründe, wieso der Landkreis wenig Fälle zu verzeichnen hat.

Mit Stand vom Dienstagvormittag gibt es weiterhin 106 nachgewiesene Corona-Fälle im Landkreis. Davon sind 99 Patienten wieder genesen, sechs verstorben und einer befindet sich seit einigen Wochen in einem Berliner Krankenhaus in Behandlung. Der Zustand dieser Person sei kritisch, wie Amtsärztin Iris Schubert erklärt. Damit liegt die Sterblichkeitsrate im Landkreis bei rund 4,7 Prozent.

Trotz vieler guter Neuigkeiten, wie der für den 2. Juni vorgesehenen Öffnung der Kindertageseinrichtungen, sei die Lage für viele noch kritisch. Auch die Gastrobetriebe, die mit Einschränkungen öffnen dürfen, wüssten nicht, wie es danach weitergehe und ob sie die fehlenden Einnahmen der vergangenen Wochen wieder aufholen können.

Besonders schwierig sei die Situation jedoch für die Geschäftstreibenden, die noch keine Perspektive haben. Es sei noch ein langer Weg zur Normalität, schätzt Puhlmann die Situation ein.

Bei diesen und weiteren Fragen sei die Entwicklung noch nicht abzuschätzen. So erreichten die Landkreisverwaltung auch Anfragen, wie mit bestimmten Situationen und Veranstaltungen umgegangen werden soll. Diese Probleme werden an das Land weitergeleitet. An dieser Stelle habe sich auch die Zusammenarbeit geändert. Während zu Beginn der Krise noch mehr vom Land diktiert wurde, würden momentan mehr Nachfragen benötigt, um an einigen Stellen nachzuarbeiten.

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