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Stendals Landrat: Ländlichen Raum schmackhaft machen

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Von: Stefan Hartmann

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 Sachgebietsleiterin Maria Wendt, Zweiter Beigeordneter Thomas Lötsch (M.) und Landrat Patrick Puhlmann präsentieren, was bei keiner Aktion fehlen sollte: Werbemittel für die Demografiekampagne gibt es in Form von Beuteln, Plakaten und Kennzeichenhaltern.
Sachgebietsleiterin Maria Wendt, Zweiter Beigeordneter Thomas Lötsch (M.) und Landrat Patrick Puhlmann präsentieren, was bei keiner Aktion fehlen sollte: Werbemittel für die Demografiekampagne gibt es in Form von Beuteln, Plakaten und Kennzeichenhaltern. © Hartmann, Stefan

Die Altmark und damit auch der Landkreis Stendal haben einiges zu bieten, findet Landrat Patrick Puhlmann (SPD). Damit sich das auch in einer Einwohnersteigerung niederschlägt, wurde ein neues Demografieprojekt gestartet.

Stendal – Dem Landkreis Stendal fehlen die Fachkräfte, aber nicht die Ideen, um gegenzusteuern. Am Montag startete die neue Demografiekampagne „Rückhierher“. Ziel ist es, Menschen zum Zurückkehren, Hierbleiben oder auch Herkommen zu motivieren und ihnen die, manchmal nötigen, Hilfsmittel an die Hand zu geben. Vor allem soll es aber eins geben: Einen klaren und festen Ansprechpartner für alle aufkommenden Fragen. Dieser soll das Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises Stendal sein. Auf der neuen Homepage www.rückhierher.de werden dafür Informationen gebündelt.

Für die Altmark und ihre Bewohner findet Landrat Patrick Puhlmann (SPD) viele warme Worte. Er selbst ist ein „Herkommer“, wie er im Vorstellungsvideo der Kampagne erklärt. Das teilweise verbreitete Bild vom eher mürrischen oder sturen Altmärker habe sich für ihn nicht bestätigt. „Die Menschen in der Altmark sind vielfältiger und aufgeschlossener als sie es manchmal selbst glauben“, erklärt er auf AZ-Nachfrage. Es gebe derzeit eine zunehmende Bewegung dafür, auf dem Land zu wohnen. Der Landkreis Stendal biete dafür gute Voraussetzungen. „Wir müssen uns nichts aus den Fingern saugen“, erklärt der Zweite Beigeordnete Thomas Lötsch. Die Ideen, was Positives am Landkreis Stendal in den Vordergrund gestellt werden könne, hätten sich schnell ergeben. „Aber wir sind nicht die einzige ländliche Region“, erklärt Puhlmann die Notwendigkeit der Kampagne, die die Fakten auch mit Emotionen und Vorstellungsvideos von Einwohnern kombiniert. So könne der Landkreis vielleicht auch bei denen punkten, die noch nicht erkannt hätten, wie gut es sich hier leben lasse, sagt der Landrat.

Schon einmal wurde der Start der Demografiekampagne wegen der anhaltenden Coronapandemie verschoben. Auch wegen des Krieges in der Ukraine sei der Gedanke gekommen, den Start erneut zu verschieben. Aber die Kampagne lag fertig in der Schublade und die neue Krise durch den Krieg zeige bestehende Probleme auch klar auf: Es fehlt an Fachkräften, beispielsweise in der Sozialhilfe und im Handwerk. Diese Defizite würden mit dem Eintreffen zahlreicher Flüchtlinge nur deutlicher. Die Kampagne sei sicherlich kein Allheilmittel, so der Landrat, aber sie könne einen Teil dazu beitragen, Menschen die Entscheidung dafür im Landkreis zu leben, vereinfachen.

Bislang hat die Kampagne den Landkreis 20 000 Euro gekostet. Hinzukommen 80 000 Euro aus dem Förderprogramm „Demografie – Wandel gestalten“. Außerdem seien viel Gehirnschmalz und Engagement in die weitere Ausarbeitung geflossen, sagt Lötsch. Wie es mit dem Programm weitergeht und wie es sich entwickelt, müsse sich noch zeigen. Dazu gehöre auch eine erste Auswertung, welche Aspekte die Besucher der Homepage am stärksten interessieren. „Ich tippe auf Arbeit“, stellt Lötsch fest.

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