Noch unerforschtes Gebiet

Stendals Kosmonauten-Schule wartet auf neue Sporthalle

Die Komarow-Halle war für viele zuletzt nur noch ein Schandfleck.
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Die Komarow-Halle war für viele zuletzt nur noch ein Schandfleck.

Stendal – An die realsozialistische Sporthalle erinnert kaum noch etwas. Das Gebäude aus DDR-Zeiten ist vor einigen Wochen abgetragen worden. Der Neubau nahe der Komarow-Sekundarschule soll Mitte 2021 stehen, so ist es zumindest geplant.

Das Projekt scheint eine kleine unendliche Geschichte, zuletzt hatte kein Schulsport mehr in der Halle stattfinden können.

Nun soll es entscheidend vorangehen. „Als Nächstes steht die Planung an“, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Über den Auftrag an ein entsprechendes Büro hat der Wirtschaftsförderungs- und Vergabeausschuss vergangene Woche entschieden. Auch Handwerker können langsam in die Startposition gehen.

Wo das Sportgebäude aus DDR-Zeiten stand, soll schon bald ein neues errichtet werden.

Wenngleich noch offen ist, wann genau die Arbeiten im Plattenbaugebiet Stadtsee beginnen können. Das Rathaus rechnet mit Ausgaben von insgesamt 1,6 Millionen Euro. „Der Kostenumfang wird mit Mitteln aus dem Städtebauprogramm gefördert“, weiß Stadtsprecher Philipp Krüger. Der Eigenanteil dürfte unverändert bei zehn Prozent liegen und damit 160 000 Euro betragen. Schon vor mehr als einem Jahr hatte der Stadtrat die nötige Beschlussvorlage auf dem Tisch. Der Nutzungsvertrag für seine Schule konnte der Landkreis erst zum 1. Juli kündigen. Auch der Vereinssport spielt eine wichtige Rolle. Schüler wie Freizeitsportler müssen nun erst einmal anderswo unterkommen.

Die neue Halle wird am alten Standort hochgezogen. Es entsteht eine Einfeldsporthalle in Massivbauweise, so ist es jedenfalls bislang geplant. Auf der Liste der Arbeiter stehen nicht zuletzt Umkleidekabinen, Sanitäranlagen, Nebenräume und die nötige Technik. Eine Sanierung des alten Komplexes war für Politik und Verwaltung letztendlich keine wirkliche Option.

Die Verantwortlichen hatten möglichst genau hinschauen und prüfen lassen. Das Ergebnis: Zu schlecht war der Zustand und zu hoch die Summe an Geld, welche die Stadt hätte in die Hand nehmen müssen. Mancher sprach sogar von einem musealen Charakter, den das Gebäude habe. Insbesondere die Sanitäranlagen sollen unwürdig gewesen sein.

Die Bildungsstätte Wladimir Komarow, wie alle Sekundarschulen in Trägerschaft des Landkreises, steht an der Stadtseeallee. Ende der 1970er-Jahre wurde der größere Komplex seiner Bestimmung übergeben. Der Neubau sei nötig gewesen, weil durch die Großbaustelle des Kernkraftwerks Arneburg viele junge Familien in Stendal ansässig geworden seien, heißt es auf der aktuellen Internetseite des Lernortes, der heute gleich neben der Grundschule Juri Gagarin liegt.

Wer es nicht weiß: 1980 erhielt die damalige Polytechnische Oberschule den Namen des sowjetischen Kosmonauten Wladimir Komarow. In der Schule lernen vergleichsweise viele Kinder mit ausländischen Wurzeln. Nach einigem Hin und Her ist die Schule 2017/18 saniert worden.

VON MARCO HERTZFELD

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