Graffito-Künstler greift für die SWG zur Farbdose

Stendals Kirchenfürst Portitz schmückt Giebel nahe Pulverturm

+
Dietrich von Portitz als Erzbischof in einem Kupferstich, der Jahrhunderte später entstand.

Stendal – Stendals berühmter mittelalterlicher Kirchenfürst Dietrich von Portitz soll schon ab diesem Monat von einem Giebel nahe dem Pulverturm grüßen. Bereits Anfang nächster Wochen werden die Gerüste aufgebaut.

„Wir wollen diese Stadt einfach noch ein Stück weit abwechslungsreicher und attraktiver machen“, sagt Daniel Jircik der AZ und freut sich auf das jüngste Projekt dieser Art. Der Geschäftsführer der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) hat dieses Mal den einheimischen Graffito-Künstler Michael Braune für ein Wandbild beauftragt.

Der Altmärker hat unter anderem bereits im Auftrag anderer ein Haus am Marktplatz mit einem unterhaltsamen Wäscherei-Motiv belebt und das Biesebad in Osterburg um eine farbenfrohe Flusslandschaft bereichert.

Die SWG selbst ist mittlerweile auch für ihre Wandbilder bekannt. Im Neubaugebiet Stadtsee sind King Kong und ein Chamäleon auf großer Fläche regelrechte Hingucker, die sich schon von Weitem sehen lassen. Braune werde den Kirchfürsten Portitz „mit seiner ganz eigenen Handschrift“ darstellen, kündigt Jircik an. Das Graffito werde ungefähr zwölf mal neun Meter groß. Ob es tatsächlich wie geplant in zwei Wochen an die Wand zu bringen ist, muss sich zeigen. Der Großvermieter rechnet mit Kosten von 10 000 Euro und mehr.

Portitz, um 1300 in Stendal geboren, oberster Kanzler in Böhmen und noch später Erzbischof von Magdeburg, erlebt so etwas wie eine Renaissance. So könnte ihm auf dem Mönchskirchhof ein Denkmal gesetzt werden. Ein Kommunalpolitiker hat es angestoßen, der Altmärkische Heimatbund unterstützt ihn.

VON MARCO HERTZFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare