Sakrales Quartier in Altstadt markiert

Jacobikirchhof in Stendal auf Bauliste 2022

Der Jacobikirchhof in Stendal weist Löcher und Risse auf.
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Aufgaben gibt es genug. Der Stendaler Jacobikirchhof, der sich einmal um das Gotteshaus herumzieht, ist von Zeit, Abnutzung und Baunarben in anderer Sache gezeichnet.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der Jacobikirchhof in Stendal steht auf der Sanierungsliste 2022. In das besondere Quartier der Altstadt rücken auch die Archäologen an.

Stendal – Der verwinkelte Jacobikirchhof dürfte zu den markanten Quartieren in der Altstadt gehören, ein besonderes Stück Stendal, gleich neben der Breiten Straße, im Mittelpunkt das Gotteshaus. Für Stadtplaner kann eine solche Struktur durchaus eine Herausforderung sein. Die Vorbereitungen für den grundhaften Ausbau der Straße laufen längst. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiter anrücken. Das Fachamt hat dem Ausschuss für Stadtentwicklung einen Sachstandsbericht vorgelegt. Darin wird noch einmal deutlich: Der Bereich steht nicht umsonst auf der Liste. An einer Stelle heißt es: „Summarisch betrachtet sind die Verkehrsflächen des Jacobikirchhofes stark verschlissen. Der Zustand entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.“

Sanierungsarbeiten im historischen Zentrum sind immer auch ein Stück Gratwanderung. Die Denkmalpflege schaut hin. Und natürlich: Archäologen sind im Spiel. In der Kostenübersicht ist deren Arbeit aufgelistet. Insgesamt liegen die Ausgaben voraussichtlich bei circa 796.000 Euro. Die Straße befindet sich im Sanierungsgebiet Altstadt. Für den Ausbau sind der Hansestadt im beachtlichen Maße Fördermittel bewilligt worden. 760.000 Euro kommen aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und 36.000 Euro aus dem Programm „Stadtumbau Ost – Aufwertung“. Unterm Strich profitiert die Einheitsgemeinde Stendal demnach voll und ganz von diesen Geldtöpfen. Viele Fragen stellten sich im Ausschuss nicht.

St. Jacobi steht im nördlichen Teil der Stendal Altstadt. Die Straße zu seinen Füßen ist auf der Bauliste.

Wolfgang Eckhardt (FSS) wollte an diesem Abend wissen, warum die Verwaltung Variante 4 von 4 vorschlage. Stendals Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum verwies auf die doch zahlreichen Wohnungen und einen „gewissen Stellplatzbedarf“ für Fahrzeuge, was diese Variante schlichtweg am besten erlaube. Historische Gegebenheiten lassen den Planern aber eh kaum Raum für Extratouren. Die Hansestadt erneuert Fahrbahn, Gehwege und die Straßenbeleuchtung. Auch die Regenwasserkanalisation wird in dem Jahr neu hergestellt. Die Stadtwerke widmen sich in dieser Zeit Trinkwasser-, Gas- und Stromnetzen, die Abwassergesellschaft baut den Schmutzwasserkanal aus. Die Weichen sind gestellt.

Ausgebaut wird die Nordseite auf 80 Meter, die Südseite auf 70 Meter. Die Ostseite wurde bereits 2012 im Zuge der Uppstallsanierung erneuert. Beachtlich ist die Liste der Bauaufgaben für 2022 dennoch. So sind bislang weder Regenwasserkanal noch Gosse auf den besagten Seiten vorhanden. Pfützen halten sich oftmals länger. Die Materialien für Straße und Gehwege sollen sich an denen der Umgebung orientieren. Auf die Fahrbahn kommen Kleinpflastersteine aus Granit, auf die Gehwege nicht zuletzt Betonplatten. Etwa vier Straßenleuchten sollen an Gebäude montiert werden. Ein genauer Start ist noch nicht genannt worden. Im Juli 2022 findet der Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal statt.

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