Spanien besonders beliebt

Stendaler suchen im Urlaub nach einfachen Regeln

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Mallorca und andere spanische Urlaubsziele haben derzeit vergleichsweise einfache Einreisebedingungen. Das zieht auch Stendaler an.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Noch etwa einen Monat und dann machen viele Familien Sommerurlaub. Aber wohin die Reise gehen soll, das wissen einige noch nicht.

Stendal - Zumindest liegt die Vermutung nahe angesichts des derzeitigen Ansturms auf die Reisebüros, von dem auch Frank Lühe, Geschäftsführer eines solchen in der Breiten Straße in Stendal, ein Lied singen kann.

„Wohin es geht, das hängt immer von den Bedingungen im Zielland ab“, erklärt Lühe. Urlauber suchten sich vor allem Orte aus, wo sie am einfachsten hinkommen. „Wenn ein Land zum Beispiel eine Einreisequarantäne verlangt, überlegst du dir, ob du das machst.“ Es würden weniger übliche Länder gebucht, sondern eher danach geguckt, was möglich sei.

Vor allem der spanische Raum sei wegen vergleichsweise guter Bedingungen derzeit beliebt. „Mallorca ist ja schon seit Ostern offen und das hat sich gehalten. Außerdem fliegen sie nach Andalusien und auf die Kanaren, was auch teils mit Schiffen angefahren wird.“

Abgesehen von den üblichen Nachweisen während des Urlaubs gibt es in den meisten Regionen Spaniens nur noch die Pflicht, ein Einreiseformular auszufüllen und mit sich zu führen. Bei der Einreise selbst muss aus Nicht-Risikogebieten kein Nachweis erbracht werden. In vielen Bereichen besteht noch eine Maskenpflicht. „Die meisten fliegen. Über Land per Auto ist das schon schwieriger.“

Familien überlegten sich nach seiner Erfahrung derzeit mehr, lieber im eigenen Land Urlaub zu machen. Aber da die Hotels zum Teil nicht geöffnet sind, gebe es eine Preisexplosion, was die Urlaubssuchenden zum Überlegen bringt. „Früher hat man gesagt, wer sich Urlaub an der Ostsee leistet, kann auch in den Süden fliegen. Das ist jetzt noch wahrer.“

Viele Hotels böten deshalb ihre Zimmer auf eigenen Webseiten an, anstatt ihre Kapazitäten an die Reisebüros zu melden. Und darin sieht Lühe auch ein Problem: „Wir sehen bei uns viele Leute, die privat gebucht haben, aber dann im Reisebüro nach den Bedingungen fragen müssen.“

Seiner Meinung nach seien die Urlauber auf der sichereren Seite, wenn sie direkt im Reisebüro buchen und sich gleich beraten lassen würden. So könnten sie alle notwendigen Informationen erhalten.

In der Anfangszeit, als Reisen wieder möglich wurden, habe sein Geschäft vor allem von Umbuchungen gelebt, berichtet Lühe. „Der Tourismus lag 2020 am Boden, besonders Schiffsreisen wurden nach 2021 umgebucht.“ Die Buchungen seien gar nicht mit jenen aus den Jahren vor Corona vergleichbar. „Da liegen Welten zwischen.“ Aber von 2020 hätten sie zu diesem Jahr deutlich zugenommen. „Mit rückgängigen Inzidenzzahlen wurde in den letzten drei oder vier Wochen viel gebucht“, erklärt der Reisebüroleiter.

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