Schlüsselübergabe geht kontaktlos / Wohnungen können per 3D-Rundgang besichtigt werden

Stendaler Wohnungsbaugesellschaft baut Online-Angebote aus

Zwei Frauen halten gemeinsam einen roten Beutel, auf dem „Willst du mein Nachbar sein?“ geschrieben steht.
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Monique Müller, Assistenz der Geschäftsführung (l.) und Kundenbetreuungsleiterin Astrid Grossert präsentieren einen der Begrüßungsbeutel.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Viele Betriebe gehen während der Corona-Krise neue Wege. Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft hat vieles digitalisiert: Von der Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe geht alles ohne Kontakt.

Stendal – Wer sich für Wohnraum bei der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) interessiert, soll dies in Zukunft, bei Bedarf, komplett digital erledigen können – ohne jeglichen persönlichen Kontakt. Einige der einzelnen digitalisierten Schritte für das Anmieten einer Wohnung seien bei vielen Anbietern bereits verbreitet. Alle unter einem Dach zu vereinen, so Daniel Jircik, Geschäftsführer der SWG, da sei der Großvermieter in Deutschland wohl Vorreiter.

Damit, dass der Hausmeister bei einer Wohnungsübergabe mit einem Tablet die Daten aufnimmt, locke man sicher niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, stellt Jircik fest. Auf dem Weg zur Digitalisierung hat die SWG jedoch noch weitere Neuheiten implementiert. Unterschriften für Mietverträge können dokumentensicher auf Smartphone, Tablet oder Heimrechner unterzeichnet werden. Auch für Wohnungsbesichtigungen könnten diese Geräte in Zukunft genutzt werden. Die ersten zwei Dutzend Wohnungen seien bereits mit einer 3D-Kamera aufgenommen worden und stünden von nun an zur digitalen Besichtigung zur Verfügung, erklärt Jircik. Die restlichen aktuell unvermieteten Wohnungen sollen in den kommenden vier Wochen aufbereitet werden.

So vorzugehen habe gleich mehrere Vorteile: Zum einen könnten gerade in der Corona-Zeit Kontakte minimiert werden. Es sei damit nicht mehr notwendig, dass sich Interessenten und ein Mitarbeiter der SWG über längere Zeit in einer Wohnung aufhalten müssen. Besonders relevant sei es auch für Menschen, die innerhalb Deutschlands umziehen und einen weiten Weg auf sich nehmen müssten. Für diese sei ein Wochenendtermin, wegen der langen Anfahrt, meist wünschenswert. Für die Mitarbeiter bedeute der zusätzliche Arbeitstag jedoch eine Belastung, die auf diesem Weg gemindert werden kann.

Astrid Grossert, Leiterin der Kundenbetreuung bei der SWG, führt gemeinsam mit Geschäftsführer Daniel Jircik den neuen 24-Stunden-Check-in vor.

Wer jedoch lieber den analogen Weg geht, der soll auch weiterhin bei der SWG einen Ansprechpartner finden und sich eine Wohnung in persona anschauen können, verspricht Jircik.

Der letzte Schritt zur Übernahme einer neuen Wohnung ist jedoch die Schlüsselübergabe. Auch dafür ist künftig kein Kontakt mehr notwendig. Wohnungsmieter erhalten einen Code und können sich direkt neben dem SWG-Hauptquartier an der Weberstraße aus einer 24-Stunden-Check-in-Box ihren Schlüssel abholen. Inspiriert wurde dies von Hotels, die schon seit langem derartige Möglichkeiten anbieten. Sorgen um Vandalismus habe die SWG dabei kaum. In den aktuell zehn Kästen liege jeweils nur ein Schlüsselbund. Bei rund 4000 Wohneinheiten sei es für potenzielle Einbrecher schwierig, sie aufzubrechen und sich dann den Zugriff auf eine spezielle Wohnung zu erraten.

Alles Weitere, was die Einziehenden dann brauchen, finden sie in der jeweiligen Wohnung. Ein paar notwendige Unterlagen, wie beispielsweise das Unterflurmüllsystem funktioniert und einen Begrüßungsbeutel. Darin finden die neuen Mieter einige kleine Präsente, die sie für einen Kaltstart benötigen: Unter anderem etwas Flüssigseife, einen Phasenprüfer, ein Bandmaß, eine kleine Packung feuchtes Toilettenpapier und ein Vorhängeschloss für den Keller.

Obwohl das Einchecken ein wenig wie im Hotel funktionieren kann, soll es weiterhin keine Kurzzeitunterkünfte für ein paar Tage oder wenigen Wochen geben – soetwas rechne sich finanziell einfach nicht, erläutert Jircik. Gut seien solche Maßnahmen nur, wenn man versuche, seine Leerstandszahlen zu schönen.

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