Fridays for Future blickt ins Verkehrskonzept

Lob für die Stendaler Verwaltung: „Im Herzen eine Fahrradstadt“

Innerhalb weniger Minuten setzte sich eine Kolonne aus mehr als 30 Radfahrern in Bewegung.
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Innerhalb weniger Minuten setzte sich eine Kolonne aus mehr als 30 Radfahrern in Bewegung.

Stendal – Die Gruppe Fridays for Future Stendal hat sich kürzlich im Rathaus über die Fahrradkonzepte der Hansestadt informiert.

Aktivistin Isabella Lang sei dabei überrascht gewesen, wie sie auf AZ-Anfrage erklärt, mit wie viel Ambitionen und auch Liebe dabei von der Stadt an das Projekt herangegangen werde. „Sie sind selbst voll davon überzeugt“, schildert sie ihren Eindruck vom Gespräch.

„Stendal ist im Herzen eine Fahrradstadt“, erklärt Lang. Das zeige sich auch an der guten Beteiligung an der zweiten Critical-Mass-Veranstaltung, zu der am Freitagabend eingeladen wurde. Innerhalb weniger Minuten versammelten sich wieder mehr als 30 Teilnehmer, um eine gemütliche Tour durch die Stadt zu machen. Das mache auch ihr und den anderen Aktivisten Mut, ihr Engagement fortzuführen. „Wir haben bisher gutes Feedback aus der Bevölkerung bekommen“, berichtet sie. Das könnten sich auch Politiker zu Herzen nehmen. „Viele wollen mehr erreichen, fragen sich dann aber, ob das auch ankommt“, schätzt sie die Situation ein.

Sie habe allerdings die Hoffnung, dass bei immer mehr Menschen ankomme, dass sich etwas ändern müsse. „Und das ist für keinen etwas Schlechtes“, erklärt Lang überzeugt. Denn für eine Verbesserung müssten nicht einmal große oder aufwendige Maßnahmen getroffen werden. Bereits mit weiteren Fahrradstellplätzen an der Straße, damit Radler ihre Gefährte nicht in Keller hinunter oder Treppen hinauf schleppen müssten, könnte ein Anreiz geschaffen werden. Gerade für jüngere und ältere Mitbürger sei das eine nicht zu unterschätzende Hürde. Auch neue Fahrradwege müssten nicht an allen Stellen gebaut werden. Mit der Einrichtung von 30er-Zonen sei es schon sicherer, dass mehr Menschen das Auto stehen lassen könnten.

Natürlich gebe es aber auch Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. „Für die ist es aber auch ein Vorteil“, betont Lang. Schließlich seien dann die Straßen freier und es finde sich leichter ein Parkplatz. „Niemand verliert“, ist die Einschätzung der Aktivistin. So müssten auch Vielfahrer ein Eigeninteresse daran haben, dass Fahrräder im Straßenverkehr stärker berücksichtigt wird.

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